WEG Tryon: Vierspänner nach Dressur auf Rang fünf

Platz acht für Christoph Sandmann, Platz neun für Mareike Harm.

Als letzte der acht Pferdesport-Disziplinen sind nun auch die Vierspänner bei den Weltreiterspielen in Tryon in den USA in ihren Wettbewerb gestartet. Heute stand die Dressur auf dem Programm. Insgesamt 19 Vierspänner und fünf Mannschaften kämpfen um die Medaillen. Das deutsche Team mit Christoph Sandmann, Georg von Stein und Mareike Harm erwischte keinen ganz optimalen Start und liegt nach der Dressur auf Rang fünf, allerdings nur einen guten Punkt vom Bronzerang entfernt.

Als erster deutscher Fahrer musste Georg von Stein in das Viereck der Weltreiterspiele einfahren, das nach einigen Änderungen auf dem Abreiteplatz der Springreiter aufgebaut worden war. Auch der Zeitplan hatte sich geändert. Statt am Nachmittag begann die Prüfung für die Vierspänner schon am Morgen. „Das war kein Problem, auch die Vorbereitung war gut, die Probleme begannen erst ein paar Minuten vor der Prüfung, als wir rüber auf den Hauptplatz mussten, da gab es Applaus für den Fahrer vor mir und da wurde alles etwas unruhig“, erklärte der 46-jährige Hesse, der im Odenwald eine Reitanlage betreibt. „Die Unruhe hat sich dann durch die ganze Prüfung durchgezogen. Auf dem Hauptplatz war es auch von den Lichteffekten her sehr unruhig, davon hat sich mein Vorderpferd Despardo irgendwie irritieren lassen. Der ist normalerweise sehr cool, aber er hat sich da erschreckt und dann bin ich nur noch mit Bremse gefahren und konnte so zum Beispiel den starken Trab gar nicht richtig fahren.“ Seine Vorstellung wurde mit 53,86 Strafpunkten bewertet, womit er am Ende Rang zwölf belegte.

Als nächste deutsche Fahrerin war Mareike Harm an der Reihe. Auch die Pferde der 32-jährigen Schleswig-Holsteinerin, die für ihre starken Dressurauftritte bekannt ist, ließen sich von der Atmosphäre ablenken. Die Richter gaben Mareike Harm 51,79 Strafpunkte, so dass sie die Dressur auf Rang neun beendete. „Wir hatten auf 45 gehofft, aber leider sind es 51 Punkte geworden, ich glaube, so schlecht waren wir das ganze Jahr noch nicht“, so eine enttäuschte Mareike Harm nach ihrer Vorstellung. „Wir hatten keine großen Fehler drin, aber die Dressur war leider insgesamt etwas spannig. Das kann passieren, wenn man mit Tieren arbeitet. Mein Pferd vorne links, Zazou, hat sich von der Musik und den Zuschauern irritieren lassen, aber er ist auch erst acht Jahre alt.“

Als letzter Starter für das deutsche Team war Christoph Sandmann aus Lähden im Emsland an der Reihe. Der 51-jährige selbstständige Spediteur ist der erfahrenste Viererzugfahrer im deutschen Team und wird von Bundestrainer Karl-Heinz Geiger auch gerne als „Leitwolf“ bezeichnet. Einen großen Einzelerfolg feierte er noch im vergangenen Jahr bei der EM in Göteborg als er nicht nur Silber mit seinen Teamkollegen Mareike Harm und Georg von Stein holte, sondern auch Bronze in der Einzelwertung gewann. Seine Pferde Amico, Bo Liberator, Wanita und Freddie U hatten keine Probleme mit der Atmosphäre im Stadion. Aber auch er war nicht wirklich zufrieden. Er kam mit 51,03 Punkte nach Hause und belegt damit Rang acht. „Die Punkte sind schon enttäuschend, wir hatten eigentlich gedacht, dass wir hier 45 oder 46 Punkte fahren können, woran genau es gelegen hat, wissen wir noch nicht, es waren wohl zwei bis drei Sachen dabei, die nicht ganz so gut waren, aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass es doch besser als 51 Punkte hätte werden müssen“, so sein Fazit.

Es siegte in der Dressur der amtierende Weltmeister Boyd Exell aus Australien (31,68 Punkten) vor dem US-Amerikaner Chester Weber (35,10) und dem Niederländer Ijsbrand Chardon (41,06). Überraschenderweise führen nicht die amtierenden Mannschafts-Weltmeister aus den Niederlanden die Teamwertung an, sondern die Gastgeber aus den USA mit 77,10 Punkten. Dahinter dann die Niederländer mit 87,43 Punkten vor dem französischen Team mit 101,40 Punkten. Dann folgen die Belgier mit 102,76 und ganz knapp dahinter die deutsche Mannschaft mit 102,82 Punkten.

Für die Vierspänner steht morgen ab 10 Uhr US-Zeit die Geländeprüfung auf dem Programm. „Das Gelände ist unsere Paradedisziplin, da müssen wir morgen was wieder gut machen, dass wir mit der Mannschaft in die Medaillenränge kommen“, sagte Sandmann. Auch Georg von Stein kommentierte das so: „Das Gelände ist unsere Stärke, alles konzentriert sich jetzt auf morgen, das ist ein schwerer Marathon, der hat alles – Technik und Geschwindigkeit – das liegt uns. Wir hoffen jetzt, dass das Wetter mitspielt, dass wir unsere Leistungen auch abrufen können.“

Die Entscheidung über die Medaillen fällt nach Dressur und Gelände dann am Sonntag ab 14.30 Uhr US-Zeit im Kegelfahren.