Tobias Bachl triumphiert im ersten Spring-Tour-Grand-Prix

Tobias Bachl triumphiert im ersten Spring-Tour-Grand-Prix
Tobias Bachl jumpte zum Sieg im Großen Preis

Am Sonntag standen im Ebreichsdorfer Magna Racino die ersten Finalbewerbe der zweiwöchigen internationalen Springserie auf dem Programm.

Die Turnierserie auf Ein- und Zwei-Stern-Niveau lockt ReiterInnen aus ganz Europa nach Niederösterreich. Insgesamt stehen an den neun Turniertagen 71 Bewerbe auf dem Programm. Die Gesamtdotation beläuft sich auf 170.000,- Euro.

Das Finale der internationalen Zwei-Stern Diamond Tour stellte am Sonntag-Nachmittag den großen Höhepunkt dieses letzten April-Wochenendes im Magna Racino dar. Über 40 Reiter hatten ihre Nennung in dieser Prüfung über 1,45 m abgegeben, sechs von ihnen bewältigten den Grundparcours fehlerfrei und zogen in das Stechen um den Sieg ein. Hier war es der aus Postmünster angereiste Tobias Bachl, der mit seiner Stute Cicera de la Vayrie B die beste Leistung erbrachte. Das Duo blieb in souveräner Manier erneut fehlerfrei und setzte mit 40,19 Sekunden eine für die Konkurrenz unerreichbare Bestmarke in der Zeit. Die elfjährige Stute trug ihren Reiter mit diesem Triumph zu ihrem erst zweiten internationalen Sieg nach einem ersten Rang im August vergangenen Jahres in der Lake Arena in Wiener Neustadt. Mit 42,11 Sekunden kam die Ukrainerin Anastasiia Yershova aus Osman dem deutschen Sieger noch am nächsten. Der dritte Platz ging mit Angel Niagolov und Chaccothago an Bulgarien. Mit 41,29 Sekunden wäre der beste Österreicher Matthias Atzmüller im Sattel von Claro zwar theoretisch auf Rang zwei gelandet, vier Fehlerpunkte warfen den Team-Happy-Horse-Reiter allerdings auf den unglücklichen vierten Rang zurück. Die spannende Entscheidung am Finaltag im Magna Racino wurde auch von Außenministerin Karin Kneissl beobachtet, die gemeinsam mit Geschäftsführerin Ulla Weigerstorfer und Barbara Beinwachs von der Firma Emcools die Siegerehrung durchführte und den Platzierten gratulierte.

Markus Saurugg siegt in der Bronze Tour

Der Steirer Markus Saurugg hat in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, dass das Magna Racino ein guter Boden für ihn ist. Er krönte den Finaltag der ersten internationalen Turnierwoche mit einem Sieg im Zwei-Stern-Bronze-Finale. Er trat unter anderem mit seiner bewährten Holsteinerstute Zita an. Das Duo legte einen souveränen und vor allem schnellen Ritt hin und ließ mit dem Sieg die österreichische Bundeshymne im Magna Racino erklingen. Beinahe wäre es ein heimischer Doppelsieg geworden. Denn auch der Happy-Horse-Teamreiter Matthias Atzmüller blieb mit Barny fehlerfrei und bewältigte den Parcours in einer guten Zeit. Um knappe drei Zehntelsekunden war allerdings die Slowenin Lidija Grum mit LG Balladora schneller und vereitelte damit den rot-weiß-roten Doppeltriumph.

Teresa Jurk brilliert in EY-Cup-Finale

Zum fünften Mal schlug der European Youngster Cup in dieser Saison seine Zelte auf und gastierte gleichzeitig das erste Mal in diesem Jahr in Österreich. Er bietet seit Jahren aufstrebenden Nachwuchsreitern eine große internationale Bühne und wird in diesem Jahr wieder an 20 Stationen in ganz Europa ausgetragen. Das sonntägige Finale in Ebreichsdorf führte über eine Hindernishöhe von 1,45 m. Die Casino-Grand-Prix-Siegerin des vergangenen Wochenendes, Magdalena Margreiter, mischte mit ihrer KWPN-Stute Chamorka auch hier ganz vorne mit. Mit der schnellsten Zeit, aber leider vier Fehlerpunkten in der zweiten Runde blieb ihr der Sieg nur knapp verwehrt. Der ging an die Deutsche Teresa Jurk, die mit Waikadia fehlerfrei blieb und sich somit für das große EY-Cup-Finale im Rahmen der Amadeus Horse Indoors 2019 qualifizierte. Komplettiert wurde das Podest von der Britin Mackenzie Ray mit Fashion ES. Für eine weitere österreichische Platzierung sorgte der Oberösterreicher Willi Fischer mit Dollargirl. Er landete auf dem siebten Endrang.

Deutscher Doppelsieg im Youngster Finale

Im letzten Finale der Youngster Touren, jenem für siebenjährige Springpferde, kam es zu einem wahren Überraschungssieg. Fünf Reiter-Pferd-Paare blieben im Grundumlauf fehlerfrei und zogen somit in das entscheidende Stechen ein – nicht unter ihnen war die Ungarin Annamária Zárug, die den Bewerb am Freitag für sich entschieden hatte und eigentlich als Mitfavoritin auf den Sieg ins Rennen ging. Sie musste vier Fehlerpunkte hinnehmen und landete auf dem zehnten Endrang. Im verkürzten Parcours bewies die deutsche Equipe ihre Klasse. Sophia Schindlbeck wählte mit ihrer Holsteinerstute Nepomuk S die richtige Taktik. Sie hatte schlussendlich zwar nicht die Bestzeit, blieb allerdings als eine von nur zwei Reitern fehlerfrei und ging als würdige Siegerin hervor. Ebenfalls mit weißer Weste ins Ziel gekommen ist der Bayer Tobias Bachl, der seinen Diamant-de-Semilly-Nachkommen Cullinan du Borget B gesattelt hatte. Die mit Abstand schnellste Zeit hatte allerdings der Slowene Urh Baumann mit Larisal hingelegt. Er nahm den beiden deutschen Kontrahenten rund drei Sekunden ab. Wegen vier Fehlerpunkten blieb ihm der Sieg knapp verwehrt und er platzierte sich auf dem dritten Endrang. Auch ein Österreicher landete in den Platzierungsrängen: Daniel Sonnberger und Ultimate Z rangierten mit vier Fehlerpunkten auf dem 8. Platz.

Ausländische Erfolge auf Ein-Stern-Niveau

In den Ein-Stern-Touren hatten die Gastreiter die Nase vorne. So etwa im Finale der Gold Tour (1,30 m), die einen krönenden Abschluss der ersten Turnierwoche darstellte. Mit acht Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten ritt Mara Jil Schein zum verdienten Sieg. Die Deutsche konnte sich dabei voll auf ihre Holsteinerstute Quintaira verlassen. An zweiter Stelle rangierte der beste Österreicher dieses Bewerbs. Gerald Beck blieb mit Capillon ebenfalls fehlerfrei und erritt die zweitbeste Zeit. Komplettiert wurde das Podium in diesem letzten Tagesbewerb von dem Deutschen Wilhelm Haberl mit Staloucon PS.

Auch zuvor war die deutsche Bundeshymne schon bei der Siegerehrung erklungen. Sie wurde im Finale der Silver Tour (1,20 m) zu Ehren von Gregor Schefczyk gespielt, der einen eindrucksvollen Doppelsieg errang. Er blieb mit beiden an den Start gebrachten Pferden fehlerfrei und eröffnete mit seinen beiden Pferden eine ganz neue Zeitrechnung. Mit dem Selle-Francais-Wallach Vafliko landete er auf dem ersten Platz, mit Giada di Montefiridolfi wurde er Zweiter und nahm der drittplatzierten Österreicherin Cora Dieringer, die mit Clearo gestartet war, ganze sechs Sekunden ab.

In der Bronze Tour (1,15 m) unterstrich Bogna Sasiadek mit Golddigger GR einmal mehr die Topform des Wochenendes. Das Duo hatte sich in dieser Tour bereits am Freitag auf dem zweiten Rang platziert und den Bewerb am Samstag gewonnen. In souveräner Manier wurden sie am Sonntag ihrer Favoritenrolle gerecht und entschieden auch den Finalbewerb vor Maria Bokova mit Quiet Passion und dem Österreicher Erich Schwarz mit Lordano`s Carolina für sich.

Rumänische Cominanz im Children-Finale

Die rumänische Mannschaft lieferte im Finale der Children Tour eine gelungene Vorstellung ab. Drei Reiter zogen in das Stechen ein, keinem gelang es den selektiv gestellten Parcours von Hubert Kuttelwascher und Markus Brandstätter fehlerfrei zu bewältigen. Da alle drei Reiter-Pferd-Paare mit je vier Fehlerpunkten ins Ziel kamen, entschied die Zeit über die Reihung. Die Rumänin Iasmina-Nicole Panaite hatte den Parcours mit Cantara in der geringsten Zeit bewältigt. Der zweite Platz ging mit Lukian Khranovskyi und Icarus van het Drongengoed an die Ukraine, die Rumänin Catalina Sfetea wurde mit Spartacus Dritte.

Nach dem erfolgreichen Finaltag dieser ersten internationalen Turnierwoche wird es im Pferdesportpark Magna Racino nur für kurze Zeit ruhiger. Denn bereits am Mittwoch geht es mit dem zweiten Teil der Internationalen Spring Tour weiter. Das CSI2* CSI1* CSIYH1* CSICh-B garantiert erneut fünf Tage hochklassigen Reitsport und spannende Entscheidungen.