The Revenant mit Oscar-reifer Vorstellung in Baden-Baden-Iffezheim

The Revenant siegt unter Ronan Thomas in der 41. Badener Meile powered by Geldermann

Gast-Pferde belegen die ersten vier Plätze in der 41. Badener Meile

Die Erfolgsserie der ausländischen Gäste im deutschen Galopprennsport reißt nicht ab: Am Donnerstag, dem Eröffnungstag des Frühjahrs-Meetings in Baden-Baden-Iffezheim, beherrschten die vier aus dem Ausland angereisten Pferde vor 14.800 Zuschauern in der 41. Badener Meile powered by Geldermann Privatsektkellerei (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m) komplett die Szenerie und belegten die Plätze eins bis vier.

Der 3,2:1-Co-Favorit The Revenant aus dem 85 Pferde umfassenden Stall von Francis Henri Graffard in Chantilly triumphierte unter Jockey Ronan Thomas dank einer gewaltigen Speeleistung mit einer halben Länge Vorsprung vor dem für Khalid Abdullah aus Irland angereisten Imaging sowie den beiden weiteren Franzosen Go To Hollywood und Volfango.
Lange stand das Rennen im Zeichen des Bahnspezialisten Palace Prince, doch auf der Zielgeraden kamen die Gäste in der entscheidenden Phase locker vorbei. Es sprach erst einiges für den favorisierten Imaging, der sich schon einen Vorsprung erarbeitet hatte, aber The Revenant, der unterwegs einen Schwächemoment hatte, sich aber bald wieder aufrappelte, wurde immer zwingender und entwickelte aus hinteren Regionen mächtigen Speed. Nach Stormy Antarctic 2018 war es der zweite Gäste-Sieg in Folge. 40.000 Euro betrug der Geldpreis für Al Asayl Bloodstock aus Abu Dhabi. The Revenant, benannt nach dem Oscar-prämierten Film mit Leonardo di Caprio, landete beim neunten Start den siebten Erfolg.

Erster Sieg für Trainer und Jockey in Iffezheim

Francis Henri Graffard erklärte: „Er ist ein sehr gutes Pferd. Wir haben ihn bewusst aus der Reserve reiten lassen, das war die Taktik. In der sogenannten „falschen Geraden“ schien er plötzlich Probleme zu haben, aber am Ende hat er riesig angezogen. Nach dem Sieg im Prix du Muguet haben wir ihm eine längere Pause gegeben, da das kein einfaches Rennen war. Wir werden nicht in Royal Ascot laufen. Er ist ein Pferd für weichen Boden, heute war der Untergrund für ihn gerade noch passend. Es war mein erster Erfolg auf dieser Bahn.
Jockey Ronan Thomas fügte hinzu: „Es war mein dritter Ritt und erster Sieg in Iffezheim. Unterwegs musste er kurz abreißen lassen, hat sich aber schnell gefangen. Auf der Zielgeraden hat er groß beschleunigt.“

Imaging unterlag in allen Ehren. Jockey Oisin Orr: „Ich bin mit der Leistung meines Pferdes sehr zufrieden, auch wenn das Rennen etwas zu langsam für ihn war. Ich hatte lange gedacht, dass wir gewinnen könnten.“

Go To Hollywood (Jockey Fabrice Veron: „Ich habe mich unterwegs immer an Imaging orientiert, da ich gedacht hatte, er wäre das beste Pferd. Ich bin mit dem dritten Platz zufrieden, denn eigentlich mag er weiches Geläuf viel lieber“) hielt Rang drei gerade noch gegen Volfango fest, eine Nase trennte die beiden Franzosen.

Palace Prince bester Deutscher

Der lange führende Palace Prince schlug sich als Fünfter wacker: „Ich habe selten so ein hartes Pferd geritten, das jedes Jahr seine Leistung in Grupperennen abruft. Er war der beste Deutsche, das ist schon in Ordnung“, signalisierte sein Reiter Filip Minarik. Und Betreuer Jean-Pierre Carvalho erklärte: „Mein Ziel war, dass er das beste deutsche Pferd ist. Das hat er geschafft.“ Kronprinz machte vom Ende des Feldes noch Boden gut und wurde Sechster, während Aviateur, Melodino und Degas nachließen.