Sieg per Wimpernschlag im DKB-Preis

Sieg per Wimpernschlag im DKB-Preis

Mit hauchdünnem Vorsprung sichert sich Wilm Vermeir (BEL) mit Gentiane de la Pomme den Sieg im Preis der DKB am Samstagabend | Foto: Copyright Foto-Design gr. Feldhaus

Sieg per Wimpernschlag im DKB-Preis

Neun Hundertstelsekunden haben entschieden. Der Sieg im Preis der Deutschen Kreditbank AG bei den LöwenClassics 2018 ging an den Belgier Wilm Vermeir. Was für ein absolutes Wimpernschlagfinale.

40 Starter und nur vier kamen ins Stechen dieses Weltranglistenspringens. Parcourschef Marco Behrens hatte die Schwierigkeiten zum Abend des LöwenClassics-Samstag noch einmal ordentlich angezogen: „Der Parcours heute Abend war technischer als heute Nachmittag, die Distanzen mal lang, mal kurz und wir hatten eine dreifache Kombination drin.“ Neben dem Sieger waren drei deutsche Reiter ins Stechen gesprungen: Christian Kukuk, der eine Stunde nach dem Stechen in seinen 28. Geburtstag gerutscht ist. Philipp Weishaupt, der unter den Experten vor Ort der erklärte Favorit auf den Sieg war. Und Max Haunhorst. Mit 17 Jahren war der Schüler der Jüngste im Starterfeld dieser 1,50-Meter-Springprüfung mit Stechen. Und genau der war es, der dem Sieger am gefährlichsten wurde.

Zuerst musste Christian Kukuk mit dem neunjährigen Westfalen Lukas in den Stechparcours. Ein Abwurf in 40,35 Sekunden. Danach kam Wilm Vermeir mit der zwölfjährigen belgischen Stute Gentiane de la Pomme. Wie aus einem Guss sauste das Paar durch den Parcours, blieb flüssig in engsten Wendungen und überquerte die Ziellinie fehlerfrei in 34,60 Sekunden. „Auf die Mauer richtig im Galopp, nicht so weit raus zum Oxer und dann eng eindrehen“, so lauteten die letzten Tipps von Vater Martin Haunhorst. Gesagt, getan und um ein Haar hätte es zum Sieg gereicht: Max und die neunjährige Chacco-Blue-Tochter Chaccara blieben fehlerfrei in 34,69 Sekunden. Jetzt blieb nur noch einer, Philipp Weishaupt. Und jeder weiß: Dieser Mann reitet auf Sieg. Auch Weishaupt saß im Sattel einer neunjährigen Chacco-Blue-Tochter, Call me Eva, aber nach einem Fehler am Oxer war der Sieg dahin. Sieg für Vermeir vor Haunhorst und Weishaupt und Kukuk bekam Platz vier.

Der 38-jährige Profireiter Wilm Vermeir strahlte und konnte nicht aufhören, seine Stute zu loben. „Gentiane hatte letztes Jahr eine lange Verletzungspause, aber sie ist wieder voll dabei. Sie ist so schnell, sie gewinnt unheimlich viel.“ Schon seit sechs Jahren sitzt der Belgier im Sattel der Fuchsstute, war mit ihr sechs- und siebenjährig bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde am Start und hat – so schätzte er es über den Daumen – mindestens schon 20 Drei-, Vier- und Fünfsterne-Prüfungen gewonnen. „Diese Stute ist einfach fantastisch, der Parcours war fantastisch und der Sieg ist es auch!“, erklärt er und genießt die Siegerehrung bei dem Applaus des LöwenClassics-Publikums.

Für Max Haunhorst dürfte Platz zwei mindestens ein ebenso großer Erfolg gewesen sein, wie der Sieg für Vermeir. Junioren-Bundestrainer Peter Teeuwen ist begeistert von dem Nachwuchsreiter: „Er ist unglaublich nervenstark, hat sehr viel Gefühl und eine enorme Übersicht im Parcours.“ Die Eltern Martin und Melanie betreiben einen Ausbildungs- und Sportstall in Hagen am Teutoburger Wald, Max ist auf dem besten Weg, mal in Vaters Fußstapfen zu treten.

Viele große Namen des Springsports scheiterten an der Aufgabe von Parcourschef Behrens im Preis der Deutschen Kreditbank AG: Mannschafts-Weltmeisterin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann zum Beispiel, die mit Flight of Ikarus einen Abwurf hinnehmen musste. Der zweimalige Olympiasieger Lars Nieberg, der mit Nabab de Revel sogar zwei Abwürfe kassierte. Oder die aktuelle deutsche Nummer eins, Felix Haßmann, der mit Captain America zwar eine flotte Runde hinlegte, bei der aber auch eine Stange fiel. Wieder mal ein typisches ‚LöwenClassics-Podium‘ – mit internationalen Reitern wie dem Sieger Vermeir, jungen Stars wie Max Haunhorst und heißen Favoriten wie Philipp Weishaupt. Eine schönere Mischung gibt es nicht!

Das LöwenClassics-Zitat am Samstag…

…von Frau Dr. Maria Flachsbarth, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und Mitglied des Bundestages: „Die LöwenClassics sind ein großartiges Turnier, perfekt organisiert und was ich an Leistungen von Pferden und Reitern gesehen habe, ist in hohem Maß beeindruckend.“

Titelverteidigung zum Geburtstag?

Christian Kukuk war der Star bei den LöwenClassics 2017. Mit Cordess hat er im vergangenen Jahr den Großen Preis der Volkswagen AG gewonnen – zu seiner eigenen Überraschung: „Da passte einfach alles. Ich war der erste Starter im Umlauf und der Parcours war sehr technisch. Das liegt Cordess normalerweise nicht besonders, aber dass wir diese Herausforderung so gelöst haben, das war schon etwas ganz Besonderes.“ Morgen, am LöwenClassics-Sonntag, feiert der Profireiter im Stall von Ludger Beerbaum Geburtstag, seinen 28.! Im Großen Preis wird er dann im Sattel von Limonchello einreiten, der elfjährige westfälische Hengst, mit dem er schon im Dezember 2016 den Großen Preis von Frankfurt gewonnen hat.

Titelverteidigung am Geburtstag – die LöwenClassicer drücken die Daumen

Ergebnis hier: Preis der Deutschen Kreditbank AG
Int. Springprüfung mit Stechen (1.50 m)
FEI Art. 238.2.2 – CSI3*
Prüfung zählt für LONGINES Rankings

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Quelle: Agentur für Medien- und Pressearbeit im Reitsport
Kirsten Maier