Sandra Auffarth kommt nach Wiesbaden

Sandra Auffarth kommt nach Wiesbaden
Sandra Auffarth mit Nupafeed's La Vista in der CSI4* - Derby Tour

Spontan hat sie sich entschlossen.

Die amtierende Doppel-Weltmeisterin der Vielseitigkeitsreiter, Sandra Auffarth, hatte am vergangenen Wochenende im Deutschen Spring-Derby, der zweiten Station der DKB-Riders Tour, tolle Runden durch den Derby-Parcours gedreht. Dritte wurde sie im Spring-Derby und hat damit 15 Punkte für die DKB-Riders Tour gesammelt. Sofort hat sie Tourchef Paul Schockemöhle zur dritten Riders Tour-Station nach Wiesbaden eingeladen. Eigentlich hatte sie ein anderes Turnier auf dem Plan, aber dann war der Reiz, in Wiesbaden zu starten, doch größer. Auffarth wird am Sonntag und Montag mit Landlord starten, im Preis des Hessischen Ministerpräsidenten, der Qualifikation der DKB-Riders Tour-Wertungsprüfung, und im Großen Preis der Landeshauptstadt, Wertungsprüfung der Tour.

Doppelsieg bei Euro-Sichtung für Alina Hahn

Premierenjahr für die Children-Dressur – zum ersten Mal sendet Deutschland dieses Jahr eine Mannschaft zu den Children-Europameisterschaften der Dressurreiter, beim 82. Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier war erste Euro-Sichtung. ‘Children’ – das sind im Pferdesport die U14-Reiter, die nicht auf Ponys, sondern auf Großpferden an den Start gehen.

Gewonnen hat diese erste EM-Sichtung Alina Hahn aus dem baden-württembergischen Wimsheim auf ihrer siebenjährigen Stute Riana. Ihr Ergebnis: 72,619 Prozentpunkte. Zweite wurde Isabelle Dülffer aus Niestetal. Die Schülerin von Mannschafts-Weltmeisterin Helen Langehanenberg saß im Sattel von Ben Kingsley und erreichte 71,488 Prozentpunkte. Platz drei ging an Anabel Huther aus Bamberg auf Fürst Fidell mit 69,702 Prozentpunkten.

Die Aufregung stand der Siegerin deutlich im Gesicht, fassungslos nahm sie die Siegerschärpe entgegen. „Das war voll schön, hier vor das Schloss zu reiten. Das gibt einem noch mal so einen Schub.“ Lob für die Siegerin gab es von allen Seiten, auch von offizieller: „Alina hat einen richtigen Leistungssprung gemacht. Gerade auch noch einmal vom Lehrgang in Warendorf bis Wiesbaden. Man merkte, dass sie an sich gearbeitet hat und das gut umgesetzt hat, was Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen ihr mit auf den Weg gegeben hat“, betonte Caroline Roost, die in der AG Nachwuchs des Dressurausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) für die Children zuständig ist. Zehn Tage vor dem PfingstTurnier hatte der Bundestrainer die besten U14-Dressurreiter bei einem Lehrgang gesichtet. 32 sind angetreten, 16 hatten danach eine Startgenehmigung für Wiesbaden bekommen.

Die 14-jährige Alina hat in Wiesbaden ihre führende Stellung in der Children-Klasse gleich doppelt demonstriert. Schon die Qualifikations-Prüfung hatte Alina mit 72,436 Prozent gewonnen und war von ihrem Erfolg selbst überrascht. Ihr erstes Turnier hat die Schülerin von Nadine Dieterle im zarten Alter von fünf Jahren bestritten, im Sattel sitzt sie noch viel länger: „Also eigentlich reite ich, glaube ich, schon immer. Meine Mama ist früher auch geritten“, erzählt die Doppelsiegerin.

Insgesamt war Roost mit den Ergebnissen der ersten Sichtung sehr zufrieden. In der Qualifikationsprüfung erzielten fast die Hälfte der Teilnehmer über 70 Prozent, im Finale lagen nach Huther drei weitere Paare nur ganz knapp darunter. „Nach dem Lehrgang hatten wir ein gutes Bauchgefühl, dass wir dieses Jahr eine gute Truppe bei den Children gefunden haben. Sie sind alle gut vorbereitet hierher nach Wiesbaden gekommen, sowohl sportlich als auch mental. Aber letztendlich wussten wir nicht, wie Reiter und Pferde mit der Atmosphäre zurechtkommen. Das Motto war: Spaß vorm Schloss. Dass sie alle so gut abgeliefert haben, macht uns stolz“, freut sich Roost.

Ein spontanes Dankeschön gab es am Ende des Finale für die ‘Dressur-Chefin’ des Wiesbadener Pfingstturniers, Isabelle Kettner. Im Namen der Children überreichte ihr Shona Benner einen großen Blumenstrauß dafür, dass der Veranstalter die Sichtungsprüfungen ermöglicht hatte. Die Freude sei ganz auf ihrer Seite, sagte Kettner überrascht: „An der Reaktion des Publikums hat man gesehen, dass ihr hier tollen Sport gezeigt habt.“

Nach der Euro-Sichtung in Wiesbaden folgt nun direkt eine Woche später der Preis der Besten in Warendorf. Nach dem Preis der Besten wird die Longlist mit acht Reiter-Pferd-Paaren für die EM nominiert. Letzte Station sind die Future Champions in Hagen Mitte Juni, danach wird das Team benannt. Die Euro selbst findet vom 10. bis 15. Juli im französischen Fontainebleau statt.