Röttgenerin Alicante gewinnt im Preis vom Gestüt Röttgen

Röttgenerin Alicante gewinnt im Preis vom Gestüt Röttgen

Alinaro macht viele Anteilseigner glücklich – Schabau dominiert.

Ein grandioses Rahmenprogramm mit zwölf Rennen wurde am Derby-.Tag in Hamburg geboten, mit Highlights en masse. So richtig voll war das Siegerpodest nach dem Rudolf-August Oetker-Gedächtnisrennen – BBAG Meiler Auktionsrennen (52.000 Euro, 1.600 m), denn der 220:10-Riesenaußenseiter Alinaro gehört dem Stall Dein-Rennpferd.de (einer Besitzergemeinschaft um den Kölner Jonas Schorfheide und viele neue Turffans für einen Anteilspreis von 300 Euro) und Christoph Holschbach.

Mit erstaunlichem Speed trumpfte der Soldier Hollow-Sohn ganz an der Außenseite auf und revidierte die jüngste Vorstellung aus der Dresdener Pendant, in dem er nur Neunter geworden war. 18.000 Euro hatte der Hengst aus der Zucht des Gestüts Auenquelle gekostet.

Jonas Schorfheide in einem ersten Kommentar: „Alinaro war am Toto vollkommen unterschätzt. Wir waren und sicher, dass er auch die 1.600 Meter schafft. In Dresden war er zu hengstig. Immerhin hat er im April den späteren 2.000 Guineas-Sieger Ancient Spirit geschlagen. Mein Dank gilt Herrn Ellerbracke vom Gestüt Auenquelle, der uns dieses Pferd überlassen hat, und Trainer Henk Grewe. Wir sind rund 30 Besitzer im Stall.“

Mit dem Park Wiedinger Northern Hollow eroberte ein weiterer Außenseiter noch Platz zwei, ebenfalls mit gutem Endspurt. Der Favorit Kronprinz hatte als Dritter lange alle Chancen. Deutlich unter Wert geschlagen war Arabino als Vierter. „Er hatte ein ganz unglückliches Rennen“, bedauerte Hans-Jürgen Gröschel die Tatsache, dass der Hengst auf der Geraden nie Platz zur Entfaltung hatte.

Besser hätte es nicht passen können: Im Preis vom Gestüt Röttgen – Hamburger Stutencup (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m) siegte mit Alicante (53:10) eine Röttgenerin! Die Tochter des 1993er-Derby-Siegers Lando triumphierte nach ihrem Iffezheimer Erfolg in dieser Klasse erneut mit bemerkenswerten Reserven. Von ganz weit hinten hatte Adrie de Vries auf dem Höchstgewicht alles perfekt getimed. Genau im Ziel schob Alicante sich mit einem Kopf nach vorne. Champion-Trainer Markus Klug meinte: „Ich war mir nicht so ganz sicher, denn die Stute hatte Höchstgewicht zu tragen. Aber Adrie hat sie bestens geritten. Nun werden wir es wohl bald in einem Grupperennen versuchen.“

Nur minimal geschlagen war die schon wie die Siegerin aussehende Panthelia. „Sie war wieder unglückliche Zweite. Ein Sieg in dieser Klasse wäre wirklich verdient“, verriet Trainer Henk Grewe. Anna Magnolia rettete Rang drei gegen die noch sehr stark anziehende Edith.

Und auch im Hapag-Lloyd-Rennen – BBAG Steher Auktionsrennen (52.000 Euro, 2.200 m) trumpfte das Team Adrie de Vries/Markus Klug auf. Denn der im Besitz von Holger Renz stehende Schabau (55:10), am ersten Wochenende hier in der Sieglosenklasse erfolgreich ging nach einem Rennen aus der Reserve außen regelrecht auf und davon, mit sieben Längen! Es war eine Gala des Pastorius-Sohnes. Das Super-Ergebnis für Markus Klug machten der ebenfalls in Renz-Besitz stehende Klüngel sowie Ernesto als Dritter und Vierte perfekt.

Klug über Schabau: „Es ist schon toll, wie Schabau trotz dichter Startfolgen sich entwickelt hat. Er hat eine Option im Auktionsrennen in Baden-Baden, aber er könnte nun auch eine Nennung im Grupperennen bekommen.“ Zwischen die Klug-Pferde schob sich als Zweite nur Aru, der immer im Vordertreffen ging. Die Viererwette bezahlte 23.529:10 Euro.

Pecheur wieder top

Genau ein Jahr nach seinem Derby-Sieg mit Windstoß bewies Maxim Pecheur erneut an diesem Tag seine Jockeyship. Im Ausgleich I über 2.200 Meter führte er den Bahnspezialisten Sweet Thomas (54:10) zu einem gefälligen Speederfolg für das Gestüt Wittekindshof und Trainer Andreas Suborics. Mit tollen Reserven ließ das Leichtgewicht noch Ronaldo und Rolando stehen. „Maxim hat ihn sehr gut geritten. Bedenken hatte ich wegen des Bodens, aber Sweet Thomas war die letzten zwei Wochen wieder richtig gut drauf, so dass ich schon mit Mumm in diese Aufgabe gegangen bin. Das Fernziel ist der Grand Prix d’ Avenches“, berichtete Trainer Andreas Suborics.

Begonnen hatte der Derby-Tag mit zwölf Prüfungen mit dem leichten Erfolg des überfälligen Pitch Black (56:10), der sich in einem 2.400 Meter-Ausgleich III nach einem bestens eingeteilten Ritt von Marco Casamento rechtzeitig von Angel Music und Bottleofsmoke absetzte.

An der Startstelle zierte sie sich lange, ihren Startplatz zu beziehen, doch im Rennen war sie die Schnellste: Stall Ullmanns Mondaine (21:10) aus dem Bergheimer Stall von Jean-Pierre Carvalho kam in einer 2.200 Meter-Prüfung von zweiter Position aus sehr sicher zum Zuge gegen Caracalla Queen, die ein starkes Debüt gab, und die spät heranstürmende Rosinante. „Ihre Mutter hatte auch etwas Probleme mit der Startmaschine, sie wurde im Preis der Diana vom Start verwiesen. Mondaine ist eher kein Diana-Pferd, da müsste sie schon noch einen großen Sprung machen. Sie wirkte auch noch etwas unreif“, kommentierte General Manager Gebhard Apelt.

Waldpfad auf dem Siegespfad

„Das ist ein Pferd mit weiterem Potenzial“, signalisierte Trainer Andreas Wöhler nach dem sehr überzeugenden Erfolg von Waldpfad (22:10), der im Ausgleich I über 1.600 Meter den hohen Erwartungen mehr als gerecht wurde. Unter Jozef Bojko dominierte der Shamardal-Sohn von dritter Position zeitig gegen die noch sehr zügig aufkommende Clear For Take Off und Cassilero.

Ein Glanzritt von Adrie de Vries war maßgeblich an dem Erfolg der von Dr. Andreas Bolte trainierten Astrella (75:10) in einem Ausgleich III über 1.800 Meter verantwortlich. Denn von letzter Stelle überspurtete die Stute die Gegner. „Das war sehr intuitiv von Adrie, auf dessen Anraten der jetzige Besitzer sie auch gekauft hatte. Was beim Start zuvor los war, weiß ich nicht“, erläutrte Bolte. Incorruptible, Alsterprinz und Atrice komplettierten die Viererwette, die 72.213:10 Euro brachte.

Zum Doppelsieger des Meetings avancierte Torsten Reinekes Santiano (31:10) in einem 2.200 Meter-Ausgleich II. Martin Seidl war damit nach seiner knappen Derby-Niederlage gleich wieder erfolgreich, wobei er gegen Nacida und Power Euro leicht zum Zuge kam.

Den zweiten Tagessieg für Trainer Andreas Suborics machte der unter Andrasch Starke probemlos davonziehende Lucky Lips (42:10) für den Stall Lintec gegen Los Campanos und Gepard in einem 1.600 Meter-Ausgleich II perfekt.

Ein glänzendes Meeting krönte die Mülheimer Trainerin Yasmin Almenräder mit ihrem vierten Sieg während der Woche im abschließenden 3.200 Meter-Ausgleich II. Wildfasan (120:10-Außenseiter) kam in einem packenden Finale unter Stephen Hellyn noch mit einem kurzen Kopf an Dao Vasco vorbei. Luciani wurde hauchdünn Dritter vor Rossita.

Ehrung für Erika Mäder

Dr. Michael Vesper, der Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, zeichnete Erika Mäder mit der Goldenen Ehrennadel des Direktoriums aus. 937 Erfolge stehen auf dem Konto der in Krefeld beheimateten Trainerin. Meetingschampions wurden Adrie de Vries (zehn Treffer) bei den Jockeys, und Markus Klug (sieben Siege) bei den Trainern.

Ancient Spirit Vorletzter in Deauville

Bei seinem Gastspiel in Deauville war Stall Ullmanns Ancient Spirit (Christophe Soumillon/Jean-Pierre Carvalho) am Sonntag chancenlos. Im Prix Jean Prat (Gruppe I, 400.000 Euro, 1.600 m) wurde der Mehl-Mülhens-Sieger nach längerer Führung nur Vorletzter im siebenköpfigen Feld. Hauchdünn ging der Sieg an den französischen Derby-Vierten Intellogent (Pierre-Charles Boudot/Fabrice Chappet; 111:10) vor Godolphins Cascadian und Gustav Klimt.