Namos lässt den Favoriten abblitzen

Namos lässt den Favoriten abblitzen
Namos siegt unter Wladimir Panov Preis der Annette Hellwig Stiftung - Silberne Peitsche

Deutscher Dreijähriger mit Klasseleistung in der Silbernen Peitsche

Überraschender deutscher Sieg vor 11.200 Zuschauern im bedeutendsten Sprintrennen des Frühjahrs-Meetings: In der Preis der Annette Hellwig Stiftung – Silberne Peitsche (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.200 m) am Samstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim bezwang der von Dominik Moser für den Stall Namaskar in Hannover trainierte Dreijährige Namos sensationell zur Quote von 16,2:1 den heißen Favoriten The Right Man (1,5:1) aus Frankreich.

Lange sag es auf der Zielgeraden schon nach einem Gästesieg durch The Right Man aus, der Zargun an der Spitze schnell abgelöst hatte, doch plötzlich zündete Jockey Wladimir Panov den Turbo auf dem mächtig verbesserten Namos, der das niedrigste Rating im achtköpfigen Feld hatte. An der Innenseite flog der zuvor erst in einem Maidenrennen erfolgreiche Medicean-Sohn regelrecht heran und kam noch mit einer halben Länge an The Right Man vorbei.

Namos ist das einzige Pferd der Besitzerin

32.000 Euro Siegpreis wandern auf das Konto des Stalles Namaskar von Petra Stucke, einer Verwaltungsangestellten aus Berlin, die seit 40 Jahren Rennbahnen besucht, vor allem in Hannover und Berlin, und deren einziges Pferd derzeit Namos ist.
Siegtrainer Dominik Moser erklärte: „Schon seit dem letzten Jahr hatte ich Mumm auf Namos. Er hatte früh viel Talent gezeigt. Allerdings war er 2018 noch so pummelig wie sein Trainer. In der Arbeit zeigt er immer 100 Prozent. Nachdem er beim ersten Start nur Zweiter gewesen war, wollte ich Geld für die Besitzerin sparen und hatte ihn für das Rennen hier schon gestrichen. Nach dem Sieg danach habe ich ihn dann wieder nachgenannt. Heute hat er diese Meinung eindrucksvoll bestätigt.“

Jockey Wladimir Panov fügte hinzu: „Namos kam etwas schlecht vom Start, dann habe ich ihn erst einmal in Ruhe gelassen. Als er auf der Zielgeraden auf freie Bahn kam, hat er riesig angepackt. Ich weiß ja, wie er beschleunigen kann. Man muss bei ihm nur gelassen bleiben. Ich war sehr guten Mutes.“

Boden passte nicht mehr für The Right Man

The Right Man dürften die Bedingungen nicht mehr gepasst haben. Trainer Didier Guillemin: „Der Boden war für ihn leider zu fest. Es gibt keine andere Erklärung. Aber die Leistung war dennoch gut.“ Ähnlich sah es Jockey Francois-Xavier Bertras: „Mein Pferd hätte weichen Boden benötigt. Ich bin keineswegs enttäuscht, er hat eine Top-Leistung gebracht.“

Mit viel Speed eroberte Mc Queen deutlicher zurück noch Platz drei. „Er hat sich wirklich toll gefangen. Wir hatten auf eine Platzierung spekuliert. Nun steuern wir Hamburg an“, versicherte Trainerin Yasmin Almenräder. Iron Duke als Vierter lief als weiterer Dreijähriger ebenfalls gut vor dem länger prominenten Yuman, dem im Mitbesitz von Fußball-Profi Timo Horn stehenden Julio, der schon keinen guten Start erwischt hatte, Shining Emerald, der weichen Boden bevorzugt hätte, und Zargun, der an der Spitze schnell abbaute.
Champions League am Sonntag

Nun herrscht große Vorfreude auf den krönenden Abschluss des Frühjahrs-Meeting am Sonntag: Die German Racing Champions League macht Station in Baden-Baden mit dem Großen Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe II, 70.000 Euro).