Moritzburger Hengste auf dem Weg der Besserung

Moritzburger Hengste auf dem Weg der Besserung

Nachdem die dritte Moritzburger Hengstparade am vergangenen Sonntag (16.09.2018) aufgrund einer Erkrankung im Tierbestand abgesagt werden musste, steht die Ursache nun fest.

„Die Pferde haben eine bakterielle Infektion.“, so Landstallmeisterin Dr. Kati Schöpke, „Inzwischen sind zum Glück nur noch einige wenige Tiere auffällig.“

Etwa ein Viertel der im Landgestüt Moritzburg stationierten Hengste litten Ende vergangener Woche unter Mattigkeit, angelaufenen Beinen oder Fieber. Unter diesen Umständen wurde die Durchführung einer Großveranstaltung wie der Hengstparade zunehmend undenkbar. Am Samstagmorgen fiel dann die Entscheidung, die dritte und letzte Parade dieses Jahres zum Wohl der Pferde sowie aus Verantwortung gegenüber den Gästen abzusagen.

Da der Grund für die Symptome zunächst unklar war, schloss das Landgestüt vorsorglich seine Tore für den Besucherverkehr. Die Pferde selbst blieben auf dem Gelände, um eine Gefährdung des Tierbestandes im Umland ausschließen zu können. Die zuständige Tierärztin wurde bei der Behandlung durch ein Team hochqualifizierter, auf Pferdekrankheiten spezialisierter Tiermediziner unterstützt. Auf diese Weise trat schon nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung ein.

Die Laborergebnisse brachten am Mittwoch Klarheit: Bei den Krankheitserregern handelt es sich um eine Form von Streptococcus equi, die zwar ansteckend, aber nicht lebensbedrohlich ist. Die unter dem Namen Druse bekannte Pferdeerkrankung ist weltweit verbreitet und taucht auch in Deutschland unter anderem im Zuchtgebiet Sachsen-Thüringen immer wieder auf. Häufige Symptome bei erkrankten Pferden sind Husten, Nasenausfluss und Schwellung der Lymphknoten. Allerdings handelt es sich bei der aktuell im Moritzburger Pferdebestand aufgetretenen Erkrankung um eine atypische, leichte Verlaufsform ohne gravierende Symptome.

Bis zur nächsten Woche wird die Quarantäne im Landgestüt zunächst aufrechterhalten. Die betroffen Hengste werden täglich durch die behandelnde Tierärztin betreut. Alle Pferde werden intensiv beobachtet und erhalten zusätzliche Vitamine und Mineralien. Die vollständige Genesung des Bestandes sollte nach Einschätzung des Ärzteteams in etwa zwei Wochen eintreten.

Die Absage der Hengstparade wurde von den Veranstaltungsbesuchern im Allgemeinen mit großem Verständnis aufgenommen. Viele haben schon ihre Teilnahme an den Veranstaltungen im nächsten Jahr angekündigt. „Für dieses Verständnis möchten wir uns herzlich bedanken“, so die Landstallmeisterin „es handelt sich hier um eine Ausnahmesituation, die so noch nie vorgekommen ist und hoffentlich auch nie wieder eintreten wird.“