Mario Stevens gewinnt Großen Preis der Volksbanken Raiffeisenbanken

Mario Stevens gewinnt Großen Preis der Volksbanken Raiffeisenbanken
Kam, sah und siegte mit Landano im Großen Preis der Volksbanken Raiffeisenbanken - Mario Stevens aus Molbergen

Mario Stevens strahlte über das ganze Gesicht.

Zum ersten Mal gewann der Profi aus dem niedersächsischen Molbergen den Großen Preis der Volksbanken Raiffeisenbanken und das auch noch bei der historischen 70. Auflage des internationalen Turniers. Nur knapp drei Stunden zuvor war die Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl aus Aubenhausen der strahlende Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Pünktlich zum 34. Geburtstag bescherte die Stute TSF Dalera BB ihrer Reiterin den Sieg im Preis der VR Bank Neumünster und damit im FEI Dressage World Cup.

Siegesfreude I

“Dalera hat mir tatsächlich das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht”, schwärmte eine überglückliche Jessica von Bredow-Werndl. Den 34. Geburtstag feierte die Bayerin in den Holstenhallen und wurde stürmisch gefeiert für das persönliche Bestergebnis mit 89,64 Prozent im Preis der VR Bank Neumünster. “Die Piaffe/Passage-Tour wird gerade ihre Vorzeigelektion, denn jetzt hat sie die Kraft, die sie dafür braucht”, unterstrich die Reiterin aus Aubenhausen, die nun mit 72 Punkten das Ranking im FEI Dressage World Cup anführt. Für TSF Dalera BB gab es extra viele Möhren, ihre Reiterin wurde derweil mit Blumensträußen überhäuft.

Siegesfreude II

Zum ersten Mal konnte der ehemalige Deutsche Meister Mario Stevens die Hauptprüfung des 70 Jahre alten internationalen Turniers VR CLASSICS gewinnen. “Wenn das dann auch noch mit einem Pferd aus eigener Zucht gelingt, ist es sowieso immer was Besonderes”, unterstrich der 38-jährige Profi aus Niedersachsen. Zu erwarten war das indes nicht unbedingt und zwar wegen der Pferde. “Marios Pferd ist von Natur aus langsamer als meiner, aber er ist generell einfach besser geritten als ich und hat hier völlig verdient gewonnen”, stellte der einstige Doppel-Europameister Marco Kutscher aus Bad Essen klar, der mit Charco Zweiter wurde. Kutscher selbst konnte bereits 2013 in Neumünster den Großen Preis der Volksbanken Raiffeisenbanken gewinnen. Den dritten Rang eroberte Patrick Stühlmeyer aus Mühlen mit dem Hengst Varihoka du Temple und stellte damit seinen Chef, den VR Classics-Veranstalter Paul Schockemöhle, sehr zufrieden.
Stühlmeyer konnte mit diesem Erfolg noch Dritter der BEMER Riders Tour werden, Stevens eroberte dank des Sieges sogar Podestplatz zwei in der Serie, die erstmals ihre Final-Etappe in Neumünster erlebte und in Nisse Lüneburg aus Hetlingen einen souveränen Sieger fand.

Dreimal W auf dem Dressurpodest

“Sie war sehr motiviert, fast ein wenig zu sehr, aber sie wird immer besser und besser”, so von Bredow-Werndl nach ihrem furiosen Sieg in Neumünster. Hauptkonkurrenten im FEI Dressage World Cup in Neumünster waren ihr Bruder Benjamin und Weltcup-Titelverteidigerin Isabell Werth. Da Jessica von Bredow-Werndl nicht beim Finale der Serie in Las Vegas an den Start gehen will, sind derzeit neben Werth Benjamin Werndl und Langehanenberg die Kandidaten mit den besten Aussichten auf einen Finalplatz. Alle drei Reiterinnen schwärmten vom Publikum in den Holstenhallen, von der Atmosphäre in der ausverkauften Arena und dem überschäumenden Jubel nach jedem Ritt.
Isabell Werth (Rheinberg) ritt ihren Emilio zu dessen bisherigem Bestergebnis von 88,45 Prozent und wurde Zweite. Die weltbeste Dressurreiterin und der 14 Jahre alte Westfalenwallach glänzten mit tadellosen Piaff-Pirouetten und Höchstschwierigkeiten wie an der Perlenschnur. Platz drei holte sich Helen Langehanenberg (Billerbeck). Die zierliche Westfälin steuerte ihren 18 Jahre jungen und sichtlich motivierten Hannoveraner Damsey FRH mit 85,22 Prozent auf den dritten Rang. “Ich werde jetzt noch in s`Hertogenbosch an den Start gehen”, ließ die Reiterin wissen, die mit 64 Punkten Dritte des Weltcup-Rankings hinter Benjamin Werndl ist. In Neumünster erreichten fünf Paare Ergebnisse deutlich über 80 Prozent im FEI Dressage World Cup, was die Leistungsdichte in Neumünster unterstreicht.

Championatsehren für Juliane Burfeind

Der Grand Prix Special als Championat der Pferdestadt Neumünster endete in der Holstenhalle mit dem Sieg einer gebürtigen Eutinerin und Platz zwei für eine Frau aus Hemdingen. Juliane Burfeind ist dank Rang zwei mit Devanto die neue Championess Dressur der Pferdestadt Neumünster, Charlott Maria Schürmann aus Gehrde und Burlington FRH steigerten sich gegenüber dem Grand Prix nochmal deutlich.
Am Samstagabend lockte der Abend der Energie mit purer Vielfalt. Nisse Lüneburg gewann den Preis der BEMER Int. AG mit Look at Me R und damit sein drittes internationales Springen an einem Wochenende, Teike Carstensen verzauberte im Cup der SWN als “Hexe von Behrendorf”. Die junge Amazone von der Westküste konnte im Punktespringen Kl. S mit Joker und Kostümwertung auf Ella von Kielslück die meisten Pluspunkte sammeln.

Willem Greve macht es nochmal – sh:z Youngster-Finale gewonnen

Willem Greve aus den Niederlanden gewann zum zweiten Mal in Folge das vom sh:z präsentierte Youngster-Finale bei den VR CLASSICS.. Diesmal mit Highway M TN. “Er hat das Bundeschampionat in Holland gewonnen und er war mit bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde in Lanaken 2019”, berichtete Greve nach dem zweiten Triumph in der Holstenhalle. Den zweiten Platz holte sich Harm Lahde aus Blender mit Oak Grove`s Commander Bond. Und auch ein Pferd aus der Holsteiner Landespferdezucht beeindruckte in Neumünster – der acht Jahre alte Calvino, den Angelique Rüsen aus Marl auf den dritten Platz pilotierte.

Besucher-Rekord erreicht

Mit rund 39.900 Besuchern an vier Tagen haben die VR Classics, die Teilnehmer aus 21 Nationen in die Holstenhallen lockten, eine neue Bestmarke bei den Besucherzahlen erreicht. Noch nie zuvor kamen so viele in die Hallen eins, vier und fünf. “Der Zuwachs erklärt sich vor allem aus dem Freitag”, erläuterte Organisationschefin Bettina Schockemöhle. Am Vormittag und Nachmittag kamen deutlich mehr Besucher in die Holstenhallen als in den Vorjahren. Am Samstag und Sonntag war kaum mehr eine Karte an den Tageskassen zu bekommen, so sehr sorgten der Dressur-Weltcup und die Entscheidung im Springparcours für Anziehungskraft. Nun schauen die Veranstalter gespannt auf das Jahr 2021, dann werden die VR Classics vom 18. bis 21. Februar stattfinden.