Marbach – Krajewski führt im CIC3*

Junioren-Nationenpreis feiert in Marbach Premiere

Über Traumbedingungen am Geländetag konnten sich die Veranstalter der internationalen Vielseitigkeit auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts Marbach auf der Schwäbischen Alb freuen. Bei strahlendem Sonnenschein erlebten die über 8.000 Zuschauer am Samstag zehn Stunden lang spannenden Sport und dürfen nun am Sonntag auf ein deutsches Happy End im Nationenpreis der Junioren und der Drei-Sterne-Prüfung hoffen.

Eröffnet wurde der Geländetag durch die Junioren. Dank ihrer Nullrunden konnte die deutsche Mannschaft – Libussa Lübekke (Wingst) mit Naiana, Brandon Schäfer-Gehrau (Düsseldorf) mit Fräulein Frieda, Calvin Böckmann (Lastrup) für Altair de la Cense und Anna Lena Schaaf (Voerde) mit Fairytale – ihren Vorsprung aus der Dressur weiter ausbauen. Es ist der erste Junioren-Nationenpreis Vielseitigkeit, der in Deutschland ausgetragen wird. „Es ist voll die Ehre, im Team zu reiten und für Deutschland starten zu dürfen“, sagt Brandon Schäfer-Gehrau. Der Düsseldorfer legte nicht nur die beste Dressur vor, sondern auch die schnellste Runde des Quartetts und rangiert in der Einzelwertung mit 26,5 Minuspunkten auf Platz zwei. Besser ist bisher nur der Italiener Pietro Roncuzzi mit Saunderscourt Flying Lad (24,5). Während das deutsche Team mit einem relativ komfortablen Vorsprung vor den Italienern, Iren und Schweizern ins abschließende Springen startet, liegt das Feld in der Einzelwertung jedoch denkbar eng beieinander.

Ähnliches gilt für die Drei-Sterne-Hauptprüfung, in deren Rahmen einmal mehr die deutschen Berufsreiter ihren Vielseitigkeits-Champion ermitteln. Die besten Aussichten auf Sieg und Titel hat nach Dressur und Gelände Julia Krajewski (Warendorf), die mit ihrem Hannoveraner Chipmunk FRH eine von nur vier Nullrunden drehte und damit in Führung liegt. Hinter der Pferdewirtschaftsmeisterin wurde die Rangierung im Gelände kräftig durcheinandergeschüttelt. Auf den zweiten Platz rückte die Schwedin Louisa Svensson Jähde mit Waikiki vor, gar 18 Plätze konnte Felix Etzel mit Bandit gutmachen. Der gebürtige Schwabe, der seit geraumer Zeit in Warendorf lebt und trainiert, startet am Sonntag von Platz drei ins Springen. Ihm sind dabei allerdings die EM-Einzelreiterin Josefa Sommer (Immenhausen) mit Hamilton und der aus Gomadingen stammende Mannschafts-Olympiasieger Dirk Schrade mit Unteam de la Cense dicht auf den Fersen.

„Es war ein toller Tag, auch wenn die Drei-Sterne-Prüfung ein bisschen stockend angefangen hat“, sagte Hans Melzer. Auch lobte der Bundestrainer den Parcourschef und die Organisatoren für ihre schnelle Entscheidung, nach zwei Stürzen und ein paar schlechten Bildern zu Beginn ein Hindernis (13 B) aus der Prüfung zu nehmen. „Das ging ratfatz“, sagte Melzer. „Und war auch gut so, denn wir haben hier ja auch einige schwächere und unerfahrenere Paare am Start. Ansonsten war das eine ganz runde Prüfung.“

Anders als im CIC3* und in der Junioren-Nationenpreisprüfung haben in der internationalen Ponyprüfung CCIP2 , die in Marbach bereits Tradition hat, die Franzosen die Nase vorn – sowohl in der Teamwertung als auch in Einzelwertung. Hier führt – ebenfalls knapp mit einem Abwurf – die Französin Lisa Gualtieri mit O Ma Doue Kersidal vor den beiden deutschen Paaren, Jana Lehmkuhl (Voerde) mit Veith und Antonia Locker (Hamminkeln) mit Andante D. Ob es dabei bleibt, entscheidet sich auch bei den Ponyreitern im abschließenden Springen.