Isabelle Gerfer gewinnt Großen Preis ohne Stechen

Isabelle Gerfer gewinnt Großen Preis ohne Stechen
Siegerehrung für das "Damenduo" Gerfer und Ironie - Kati Salamon und Anton Vocks (GF Audi) gratulierten für die Automobilgruppe Köpper

“Wenn mir heute Morgen jemand gesagt hätte, dass ich hier den Großen Preis gewinne, hätte ich gesagt, „leg Dich wieder hin“, lachte Isabelle Gerfer.

Was sie nicht für möglich gehalten hatte, trat gleichwohl ein. Mit dem einzigen fehlerfreien Ritt im Umlauf des Großen Preises der Automobilgruppe Köpper. „IN MEMORIAM“ Jürgen Salamon gewann die 22-jährige Studentin. Sie stammt aus Odenthal bei Köln. Es war das mit 10.000 Euro dotierte Hauptereignis des Hallenreitturniers Gahlen 2019. Ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, dem Gefühl zu vertrauen wenn es um Pferde geht.

Ironie des Sports

Ironie du Bois Halleux heißt die gerade eben elf Jahre alte Stute aus belgischer Zucht, die Isabelle Gerfer sehr souverän in 63,73 Sekunden durch den Parcours trug. “Ich habe sie vor drei Jahren bekommen. Keiner wollte sie haben, aber ich hatte ein ganz gutes Gefühl auf ihr”, erinnert sich die Architekturstudentin, “sie ist spät in den Sport gekommen, weil sie zunächst ein Fohlen hatte. Innerhalb kurzer Zeit ist sie von L zu S-Niveau gewachsen.” Die erste Drei-Sterne-Prüfung gewannen Isabelle Gerfer und Ironie du Bois Halleux im vergangenen Jahr in Mannheim. Es folgte die Starterlaubnis für die U25-Tour beim CHIO Aachen mit der BWP-Stute. “Das war ein Traum”, schwärmt die Reiterin, “wer will nicht mal in Aachen reiten.”

Ironie du Bois Halleux stammt aus der Zucht von Jean-Lux Haine. “Sie ist ein absolutes Familienpferd”, unterstreicht Isabelle, die in Aachen studiert, “wenn ich nicht da bin, kümmern sich meine Eltern um sie. Wir machen alles zusammen mit den Pferden.” Gahlens Hallenturnier lernte die Reiterin vor sechs Jahren erstmals kennen. Da trat sie noch mit ihren Ponys an. “Ich fand das damals schon toll hier.”

Time is Money

Dicht dran am Stechen war auch Christoph Brüse aus Wachtberg mit dem rheinischen Wallach Flying Wonder. Allein ein Zeitstrafpunkt (64,64) verhinderte ein Stechen. Brüse: “Ich weiß genau, wo ich die Sekundenbruchteile liegen gelassen hab. Ich musste einmal aufnehmen, weil wir im falschen Galopp waren, da ist es passiert.” Ärgern mochte sich der Profi gleichwohl nicht über Platz zwei. Schließlich ist Gahlen auch “Generalprobe” für Münster in der kommenden Woche. Auf dem dritten Rang folgte Pia-Katharina Bostock-Beeking aus Ahaus mit SGW Lord Poldy. Sie freute sich rundherum über die Platzierung mit der schnellsten Runde unter den Ritten mit vier Strafpunkten. Auch auf Platz vier sahen die Zuschauer eine Amazone: Angelique Rüsen (Marl) pilotierte den gerade neun Jahre alten Cooper I Z aus dem belgischen Gestüt Zangersheide unter die Top-Fünf.

30 Paare zum Jubiläum

Insgesamt 30 Paare traten zum Großen Preis an, darunter auch Hendrik Dowe (Heiden) und Markus Renzel (Oer-Erkenschwick), die die renommierte Prüfung bereits gewinnen konnten. Isabelle Gerfer ist erst die dritte Springreiterin, die in 25 Jahren den Großen Preis gewinnen konnte. Zuvor gelang das 2002 Katharina Offel, dann 2016 und 2018 Charlotte Bettendorf aus Luxemburg. Der Siegerin 2019 wurde eine besondere Ehre zuteil – sie durfte die große Geburtstagstorte für den RV Lippe-Bruch Gahlen, die die Bäckerei Sporkmann spendiert hatte, im Parcours anschneiden.

Starterliste und Ergebnisse hier