Dritter Triumph für Altmeister Gröschel im Preis der Badischen Wirtschaft

Dritter Triumph für Altmeister Gröschel im Preis der Badischen Wirtschaft
Itobo siegt unter Marco Casamento im Grossen Preis der Badischen Wirtschaft

Champions League in Baden-Baden: Itobo ist der „Iffezheim-Nachfolger“ von Star-Galopper Iquitos.

Zwölf Monate nach dem Triumph mit Star-Galopper Iquitos durfte Trainer-Altmeister Hans-Jürgen Gröschel (75) erneut nach dem krönenden Abschluss des Frühjahrs-Meetings am Sonntag in Baden-Baden, dem zweiten Lauf der German Racing Champions League, jubeln: Der von ihm für den Stall Totti (dahinter verbergen sich seine Nichte Ines Gröschel und deren Lebensgefährte Werner Gerhold) trainierte siebenjährige Wallach Itobo (9:1-Außenseiter) gewann mit dem Italiener Marco Casamento vor 11.000 Zuschauern sicher mit einer halben Länge Vorsprung den Großen Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.200 m) vor dem Favoriten Royal Youmzain und Windstoß.

Es war der dritte Sieg eines Gröschel-Pferdes nach Iquitos 2016 und 2018, der in jenen beiden Jahren auch die Champions League für sich entschied, in diesem prestigeträchtigen Rennen innerhalb der elf Rennen in sechs deutschen Metropolen umfassenden Rennserie. Lange wogte der Kampf zwischen dem innen anpackenden Itobo und Royal Youmzain hin und her, doch mit dem Konditionsvorteil aus einem Start zuletzt in Berlin bekam der Areion-Sohn den beim ersten Saisonstart toll standhaltenden Royal Youmzain noch in den Griff. 40.000 Euro betrug der Siegpreis, es war beim 26. Start der neunte Erfolg für Itobo, der seine Gewinnsumme auf 163.950 Euro steigerte.

Trainer Hans-Jürgen Gröschel scherzte: „„In der letzten Nacht habe ich geträumt, dass ich doch etwas trainieren kann. Inzwischen glaube ich fast etwas daran (lacht). Itobo war richtig gut auf dem Posten. Ich hatte auf ein entsprechendes Laufen gehofft, aber nicht, dass er gegen die besten deutschen Pferde so gewinnen würde. Ich freue mich sehr für das Pferd, er war schon oft in dieser Klasse vorne dabei, jetzt hat es zum Volltreffer gereicht. Eine Nennung hat Itobo nun für ein Gruppe III-Rennen in Hamburg. Ob wir diese Prüfung ansteuern, werden wir sehen.“

Jockey Marco Casamento erklärte: „Es war mein erster Gruppesieg. Itobo hat toll angezogen. Das Tempo hat ihm gut getan.“

Starkes Saisondebüt von Royal Youmzain

Auch das Team von Royal Youmzain war mit Rang zwei sehr zufrieden. Trainer Andreas Wöhler: „Gewinnen will natürlich jeder, aber das war wirklich eine sehr gute Leistung beim ersten Jahresstart von Royal Youmzain. Wir gehen mit ihm nun nach Hamburg.“ Und Jockey Eduardo Pedroza sagte: „Das Abschneiden für das Jahresdebüt war gut. Leider hat er vorne ein Eisen verloren, es war aber alles in allem ein guter erster Start.“
Der 2017er-Derbysieger Windstoß machte als Dritter gewohnt viel Boden gut und war ebenfalls dichtauf. Sein Betreuer Markus Klug: „Die Distanz war für Windstoß etwas kurz, und der Boden hätte elastischer sein können, doch seine Vorstellung war nicht schlecht.

Hamburg ist sein Ziel.

Alounak steigerte sich auf Platz vier, ohne allerdings bessere Chancen zu besitzen. Racing Manager Holger Faust: „Er lief okay. Ich hoffe, dass er gesund bleibt und endlich einmal weichen Boden antrifft. Das sind dann die paar Prozent, die fehlen, um so ein Rennen zu gewinnen. Das nächste Ziel wird Hamburg sein.“

Walsingham spielte als Fünfter keine bessere Rolle, während Oriental Eagle lange mit Vorsprung führte, doch auf der Zielgeraden abbaute. Wai Key Star packte als Siebter vom Ende des Feldes nie an und passierte lediglich noch Matchwinner. Trainerin Sarah Steinberg berichtete: „Die Pace war hoch, er geriet früh unter Druck. Ich denke, dass wir mit ihm ein Rennen in Frankreich ansteuern, da ihm die Art, wie die Prüfungen dort gelaufen werden, mehr entgegenkommen sollte.“

Große Überraschung im Derby Trial

Große Überraschung im Derby Trial – Frühjahrs-Preis (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m), der Vorprüfung für das Rennen des Jahres am 7. Juli in Hamburg: Mit dem im Besitz des Kölners Holger Renz stehenden Accon (20,5:1) aus dem Champion-Stall von Markus Klug gewann der größte Außenseiter im achtköpfigen Feld unter Jockey Jiri Palik.

Mit großer Endgeschwindigkeit ließ der als Fünfter im Bavarian Classic sehr ordentlich gelaufene Camelot-Sohn die Konkurrenten regelrecht stehen und siegte mit eindreiviertel Längen Vorsprung vor der Stute Skyful Sea und dem Engländer Surrey Thunder.
Die Wetter hatten Accon sträflich unterschätzt. Sehr zur Verwunderung von Trainer Markus Klug, der wieder einen echten Derby-Trumpf in seinen Reihen zu haben scheint. Sein Kommentar: „Ich hatte nicht verstanden, weshalb Accon größter Außenseiter war. Er war in München nur zweieinhalb Längen hinter Quest the Moon, der aktuell Derby-Favorit ist. Ich hatte einem alten Schulfreund von mir gesagt, dass er Accon Platz wetten soll. Unter die ersten Drei wollten wir schon kommen. Wir gehen optimistisch Richtung Derby.“ Sein anderer Starter Moonlight Man kam als Fünfter nie in die Partie. „Bei ihm stimmt die Relation zu King, der knapp hinter ihm war, aber er packte nicht entscheidend an.“
Siegreiter Jiri Palik fügte an: „Ich bin sehr glücklich, mein letzter Gruppesieg liegt schon einige Zeit zurück. Es war mit Sehrezad 2010 in Hannover.
Stute Skyful Sea starke Zweite

Skyful Sea hielt sich als Zweite glänzend. Trainer Peter Schiergen: „Etwas mehr Tempo wäre der Stute entgegengekommen, aber mit ihrer Leistung bin ich hochzufrieden. Derby-Pläne haben wir mit ihr nicht, der Fokus liegt auf dem Preis der Diana.“ Jockey Andrasch Starke signalisierte: „Die Stute ist gegen die Hengste sensationell gelaufen. Ich bin ganz begeistert.“

Ziemlich unglücklich war man im Lager des drittplatzierten Engländers Surrey Thunder über den Ritt von Ersatzreiter Shane Kelly, der für Rob Hornby (hatte seinen Reisepass verloren und konnte nicht anreisen) eingesprungen war. Der Jockey meinte: „Er ist ein gutes Rennen gelaufen, jedoch wäre er auf weichem Boden deutlich besser aufgehoben gewesen.“

Runnymede kam als Vierter ganz außen noch besser in Fahrt, vor Moonlight Man und King, der vorne bald passen musste, sowie dem Favoriten Peppone, der als Vorletzter enttäuschte, allerdings auch außen weite Wege ging. Sein Jockey Bauyrzhan Murzabayev: „Er kam aus einer langen Pause und ist ein sehr großes Pferd, das darf man nicht übersehen. Außerdem hätte er weichen Boden bevorzugt.“ König Platon gab sich früh geschlagen.