Dressurspitzen und Championatssieger in Verden

Dressurspitzen und Championatssieger in Verden
Sieger im internationalen Championat von Verden: Harm Lahde aus Blender und die Stute Oak Grove`s Americana.

Zinq Abegglen FH heißt das Siegerpferd des Almased Grand Prix in Verden und ist erst neun Jahre alt.

Ein Jungspund im Grand Prix Sport und – man kann es nicht anders sagen – der „Augapfel” seines Ausbilders Marcus Hermes (Appelhülsen). Abegglen FH erlebt 2019 seine erste Grand-Prix-Saison und verwies bei Verden International Mannschafts-Olympiasiegerin und Mannschafts-Weltmeisterin Dorothee Schneider (Framersheim) mit dem Hannoveraner Faustus auf Platz zwei. Beide Pferde erzeugen „Gänsehaut” bei den Zuschauern, so viel Ausstrahlung und Bewegungsqualität entfalten sie. Nicht minder bedeutend ist Oak Grove`s Americana, das Siegerpferd des Championats von Verden, das Harm Lahde (Blender) einen tollen Erfolg bescherte.

Ehemaliges Auktionspferd im großen Sport

Der internationale Grand Prix mit 22 Teilnehmern war das erste große Highlight am Samstag im Dressurstadion. Dorothee Schneiders Faustus von Falsterbo/Forrest xx feierte praktisch ein Wiedersehen mit Verden, denn hier wurde der Hannoveraner Wallach aus der Zucht von Heino Bruns 2013 auf der Verdener Auktion an Martin und Dirk Linden verkauft. Als Achtjähriger kam er zu Dorothee Schneider in den Stall, seit 2018 ist der jetzt elfjährige, schicke Braune aus dem Besitz des Gestüts Fohlenhof im Olympiakader.

Groß, jung, talentiert

Den Sieger Abegglen FH von Ampere/Carabas bekam Marcus Hermes bereits als zweieinhalbjähriges Pferd in den Stall. Schon damals beeindruckte das Riesenpferd des Gestüts Freiberger Hof mit seiner Bewegungsqualität. Fast mustergültig stand der Louisdor-Preis-Finalist des Jahres 2018 bei der Siegerehrung in Verden. „Ich habe in diesem Jahr einfach ein paar mehr Turniere geritten”, grinst Hermes, „er sollte auch mehr Routine, Gelassenheit und Kraft bekommen und das merkt man jetzt auch.” Manchmal schüchtern, manchmal übermütig, ganz so wie ein Heranwachsender kann sich Abegglen FH benehmen. Am Vorabend beäugte er etwas irritiert die Ehrenrunde der Reiter zu Fuß für den NÜRNBERGER BURG-POKAL im Zelt, am Samstagmorgen war er ganz bei der Sache im Grand Prix.

Rang drei ging an eine Hannoveraner Stute: FRH Davinia la Douce von Don Frederico/A Jungle Prince. Die zwölfjährige Fuchsstute von Anabel Balkenhol stand oft im Schatten von Heuberger. Jetzt ist die Pferdedame, die die Reiterin 2011 auf der Verdener Sommerauktion erwarb, die Nummer eins und das tut ihr gut.

„Homerun” für Harm Lahde

Das Championat von Verden im Preis der Fa. Günter Badenhop Fleischwerke ist zugleich auch das Finale der Mittleren Tour und eine der prestigeträchtigen Prüfungen bei Verden International. Das ein Springreiter aus der Region dieses Championat gewinnt, sorgte an sich schon für Begeisterung auf den Tribünen. Tatsächlich besonders ist aber seine Sportpartnerin, denn Americana, die schon lange dem Gestüt Eichenhain gehört, hat aufgrund einer Hornhautentzündung als junges Pferd nur noch auf einem Auge etwas Sehkraft. Das bremst die Heartbreaker-Enkelin allerdings im Parcours und im heimischen Stall sowieso nicht aus. So ganz genau kann niemand sagen wieviel die jetzt neunjährige Stute noch sieht. Für Reiter und Besitzer gilt die strikte Regel, dass sie nur macht was sie will und kann. Und sie kann auch Stechen sehr sicher und schnell, wie Lahde und Americana eindrucksvoll unter Beweis stellten. Erst vor einer Woche war sie Dritte in einem Weltranglistenspringen in Ommen. Kurios: der Reiter ist aktuell nur mit Sonnenbrille auf der Nase anzutreffen, weil seine Sehhilfe kaputt gegangen ist und die Sonnenbrille zumindest seiner Sehkraft angepasst ist. Lahde: „Witzig oder? Zwei Blindfische unterwegs.”

Auch die Plätze zwei und drei im Championat blieben in Deutschland. Michael Viehweg aus Ingolstadt wurde mit Comanche Zweiter, Tim-Uwe Hoffmann aus Rhade belegte mit dem Hannoveraner Charlie vom Burgdamm den dritten Platz. Tim-Uwe Hoffmann konnte bereits als Sieger in der Qualifikation der Großen Tour am Freitag glänzen.

Youngster-Finale für Patrick Stühlmeyer

Irgendwann kann eine Strähne ja mal reißen und ausgerechnet im Finale der internationalen Youngster-Tour passierte das Mario Stevens (Molbergen) und Botakara. Der erste Fehler in drei Tagen bedeutete Platz 13 nach zwei Qualifikationssiegen. Dafür durfte sich Patrick Stühlmeyer (Mühlen) freuen, denn er pilotierte den Oldenburger Hengst Diaron zum Sieg im Zwei-Phasen-Springen – Preis von Madeleine Winter-Schulze. Zweiter wurde der Sieger der ersten Prüfung aus der Großen Tour, der 23-jährige Tim-Uwe Hoffmann (Rhade) mit dem ehemaligen Verdener Auktionspferd Spectre von Stolzenberg/Zacharias.
Hubertus Schmidt und Denoix PCH gewinnen NÜRNBERGER BURG-POKAL
In der Finalqualifikation zum NÜRNBERGER BURG-POKAL konnten sich die Sieger der Qualifikationsprüfung in Verden nochmals steigern: Denoix PCH und Hubertus Schmidt (Borchen) gewannen mit 76,95 Prozent. Damit haben sie das “Ticket” für das Serienfinale in der Frankfurter Festhalle vom 19. bis 22. Dezember gelöst. Der erst siebenjährige westfälische Hengst von Destano-Pik Noir ist ein Super-Talent in der Dressur. Gegenüber dem Vortag legte auch Morricone, der ebenfalls siebenjährige Oldenburger Hengst von Millennium-Rubin Royal unter Lena Waldmann (Werder) noch weiter zu und wurde mit 75,02 Prozent Zweiter. Platz drei ging an Holga Finken (Hagen a.T.W.) mit dem KWPN-Wallach Gino von Bretton Woods.