Deutsche Amateur-Meisterschaften in Dagobertshausen gehen in die zweite Auflage

Deutsche Amateur-Meisterschaften in Dagobertshausen gehen in die zweite Auflage

Die ersten Finalisten stehen fest.

Auf der Reitsportanlage Dagobertshausen nahe Marburg sind heute die Deutschen Amateur-Meisterschaften (DAM) im Dressur- und Springreiten gestartet. Zum zweiten Mal suchen die deutschen Amateure vor dieser Kulisse ihre Meister. Die ersten goldenen Schleifen der Qualifikationsprüfungen nahmen heute Paul Paessens und Hauke Kaack entgegen.

Im vergangenen Jahr feierten die DAM ihre Premiere. Und auch in diesem Jahr pilgerten insgesamt 95 Dressur- und Springamateure nach Marburg, um vor der championatswürdigen Kulisse der Reitsportanlage Dagobertshausen die Titelträger unter sich auszumachen. Zwölf Dressurreiter konnten sich schon heute im Prix St. Georges direkt für das Finale am Sonntag qualifizieren, in dem sie ihre Kür zeigen dürfen. Das beste Ergebnis lieferte Paul Paessens (Weeze) im Sattel seines zehnjährigen selbstgezogenen und selbst ausgebildeten Dramatic-Fidermark-Sohnes Don de Marco P. 71,272 Prozent vergaben die Richter für die Vorstellung. „Ich habe natürlich nicht damit gerechnet, die erste Qualifikation zu gewinnen“, zeigte sich Paessens, der zum ersten Mal bei den DAM startet, überrascht.

Der Reitsport ist für den staatlich geprüften Landwirt ein Hobby, das er auch zu seinem Beruf gemacht hat. „Ich habe meinen Betrieb in den letzten 20 Jahren von der Schweinezucht zum Pensionspferdebetrieb umgebaut“, schildert er. Außerdem betreibt er eine Pferdezucht. An diesem Wochenende eine hohe Platzierung zu erreichen oder gar den Titel zu gewinnen „wäre natürlich schön“, wie Paul Paessens zugibt, aber eine harmonische Runde zu zeigen, sei ihm wichtiger. „Und vor allen Dingen Spaß zu haben“, wie er hinzufügt.

Platz zwei der ersten Qualifikation ging mit 71,14 Prozent an Birgit Hild (Gedern) vom Landesverband Hessen und ihren achtjährigen Trakehner Wallach Goldmond TSF von Imperio-Latimer. Die Steuerfachangestellte sitzt bereits seit über 40 Jahren im Sattel und war in ihrer Karriere sogar schon bei den Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde dabei. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ritt heute“, freute sich die drittplatzierte Annett Böhm (Bretten), die im Sattel ihres selbst ausgebildeten Oldenburger Wallachs Blackmoney 69,254 Prozent bekam. „Aber da ist noch Luft nach oben. In der Kür möchte ich mich nochmal steigern“, schilderte sie ihren Plan für das Finale am Sonntag. Die Steuerfachangestellte ist zum ersten Mal bei den DAM am Start und hat gleich ihr selbstgestecktes Ziel erreichen können: den Finaleinzug. Alle, denen das heute nicht auf Anhieb gelungen ist, bekommen morgen im Kleinen Finale noch einmal die Chance, sich unter die Titelaspiranten zu mischen. Die besten drei dürfen ebenfalls am Sonntag ihre Kür zeigen.

Springreiter mit neuem Modus

Die Entscheidung auf dem Springplatz ging heute nach Schleswig-Holstein, und zwar an Hauke Kaack (Mözen), der im Sattel von Conte Cassina, einer zehnjährigen, selbstgezogenen Holsteiner Stute von Cassini I-Contender, in 66,67 Sekunden die schnellste Nullrunde hinlegte. Auch für den Agrarbetriebswirt, der zu Hause einen eigenen Milchvieh- und Ackerbau-Betrieb leitet, sind die DAM eine Premiere. „Ich bin mit gar keinen Erwartungen hierhergefahren und freue mich eigentlich über jede tolle Runde.“ Gute Platzierungen in den Qualifikationen zahlen sich in diesem Jahr besonders aus, denn der Modus der Springreiter ist ein neuer. Der erstplatzierte Reiter der ersten Qualifikation bekommt, weil es 51 Starter gab, 52 Punkte. Die Wertungspunkte der zweiten Qualifikation werden mit dem Faktor 1,5 hinzuaddiert. Auch ins Finale nehmen alle Reiter ihre gesammelten Punkte mit. Hier gilt das gleiche Punktesystem mit dem Faktor 1,5.

Deshalb lautet Kaacks Plan für das Wochenende: „Erst einmal morgen überstehen, eine gute Runde hinlegen und dann hoffen, dass wir uns fürs Finale qualifizieren. Das Ende ist offen.“ Platz zwei in der ersten Qualifikation auf S*-Niveau ging an Christian Kuhn (Münsingen), der mit seinem 14-jährigen Hannoveraner El-Bandy ebenfalls eine fehlerfreie Runde zeigte, mit 68,46 Sekunden aber ein wenig länger dafür brauchte. Er bekommt dafür nun 50 Punkte. Sylvia Fritsch (Zschaitz-Ottewig) und Little Spezi, ein zehnjähriger westfälischer Wallach von Lord Pezi nehmen als Drittplatzierte 49 Punkte mit in die zweite Qualifikation am Samstag.