Christian Ahlmann und Clintrexo gewinnen Großen Preis

Christian Ahlmann und Clintrexo gewinnen Großen Preis

Neuer Besucherrekord: rund 66.000 Besucher im Schlosspark.

Christian Ahlmann hat mit dem Zangersheider Hengst Clintrexo Z den Großen Preis des Internationalen Wiesbadener Pfingstturniers gewonnen. Die beiden blieben am Pfingstmontag im entscheidenden zweiten Umlauf ohne Fehler. Zweitbeste deutsche Reiterin war Elisabeth Meyer mit Monodie H auf Platz fünf. Das Springen war gleichzeitig dritte Wertungsprüfung der DKB-Riders-Tour.

Ahlmann und Clintrexo hatten zwar im ersten Umlauf vier Strafpunkte kassiert, ließen aber im entscheidenden zweiten Durchgang, in dem es für alle wieder bei Null losging, nichts anbrennen. Sie benötigten lediglich 45.84 Sekunden für den zweiten Parcours. Damit waren sie knapp eine Sekunde schneller als der zweitplatzierte Spanier Sergio Alvarez Moya mit Luchino (46.82sec.). Platz drei belegten Wilm Vermeir und Dm Jacqmotte aus Belgien in 46.89 Sekunden vor dem Österreicher Max Kühner mit Alfa Jordan.

Für Christian Ahlmann war der Sieg im Großen Preis von Wiesbaden eine Premiere. „Die anderen waren bisher immer irgendwie besser“, sagte er nach seinem heutigen Sieg. „Es macht uns natürlich unheimlich stolz und glücklich, mit einem Pferd aus der eigenen Zucht diese Prüfung zu gewinnen.“ Ahlmann hatte den neunjährigen Schimmelhengst erst im Februar wieder von seiner Lebensgefährtin Judy Ann Melchior, Leiterin des belgischen Gestüts Zangersheide, übernommen. „Ich bin Clintrexo schon geritten, als er noch achtjährig war. Vor ein paar Wochen habe ich ihn dann wieder von Judy übernommen. In Hamburg ist er letzte Woche schon eine richtig gute Prüfung gegangen, leider hatten wir im Stechen einen Fehler. Hier dachte ich, auf dem großen Grasplatz spiele ich seine Galoppade mal richtig aus. Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich mit einem Sieg klappt. Aber es lief heute von A bis Z einfach wunderbar“, schwärmte Ahlmann.

Lediglich drei Paare blieben in beiden Umläufen ohne Strafpunkte – Alvarez Moya, Vermeir und die deutsche Starterin Elisabeth Meyer. Die 30-jährige ist seit etwas mehr als einem Jahr Bereiterin im Stall von Sylvia und Dietmar Gugler, die erst in der vergangenen Woche vom hessischen Pfungstadt auf das Gut Ising am Chiemsee umsiedelten. Die Berufsreiterin Meyer stammt aus Thüringen und startete im vergangenen Jahr erstmals im Wiesbadener Schlosspark. Diesmal war die zwölfjährige Carthago-Tochter Monodie H, die aus der Oldenburger Springpferdezucht stammt und zuvor schon von David Will auf Fünf-Sterne-Niveau vorgestellt worden war, Meyers Partnerin im Parcours. Den beiden gelangen souveräne Runden, nach 51.65 Sekunden im zweiten Umlauf wurden sie hervorragende Fünfte. Am schnellsten meisterten Michael Jung und fischerSolution den zweiten Durchgang (45.24sec). Sie verzeichneten jedoch vier Strafpunkte und wurden Sechste. Dennoch war es für den Doppel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit ein erfolgreiches Wochenende in Wiesbaden. Insgesamt gewann er mit seinen Pferden vier Springprüfungen und wurde in der Vielseitigkeit Neunter.

In der DKB-Riders-Tour teilt sich Ahlmann nun die Führung mit Denis Nielsen (Isen) und dem Briten Mathew Sampson, die die Etappen in Hagen a.T.W. bzw. Hamburg gewannen. Alle drei haben nun 20 Punkte auf dem Konto. Die Riders-Tour führt weiter über das Turnier der Sieger in Münster und die Paderborn Challenge zum Finale in München, das im November ausgetragen wird.

Die Veranstalter des Wiesbadener Pfingstturniers zogen ein durchweg positives Fazit. Das Turnier startete in diesem Jahr aufgrund der breiten Prüfungspalette bereits donnerstags. Voltigieren, Vielseitigkeit, Springen und Dressur von den Children (U14), die erstmals dabei waren, bis zu den „Senioren“ war alles dabei. Und für den ausrichtenden Wiesbadener Reit- und Fahrverein war das Turnier einmal mehr ein großer Erfolg. „Wir hatten so viel Glück mit dem Wetter. Wir haben so tollen Sport erlebt und sehr viel Begeisterung erfahren. Mit rund 66.000 Zuschauern können wir außerdem einen neuen Rekord verbuchen. Schöner hätte unser 82. Pfingstturnier nicht verlaufen können“, sagte Vereinspräsidentin Kristina Dyckerhoff. Auch Oberbürgermeister Sven Gerich hatte bis zum letzte Stechen mitgefiebert. „Mir blieb manchmal fast der Atem stehen und ich dachte, das geht doch jetzt nicht noch schneller. Es sah schon toll aus, wie die Reiter und Pferde da in einem Affenzahn am letzten Sprung ankamen und darüber sprangen. Das waren Emotionen pur. Eine tolle Prüfung, Hut ab und Glückwunsch an die Reiter.“