Christa Jung stellt der Springreiter-Weltelite Hindernisse in den Weg

Die STUTTGART GERMAN MASTERS sind Jahr für Jahr Treffpunkt der Weltelite im Springen, in der Dressur und im Viererzugfahren.

Doch nicht nur die Pferdesportler sind „erstklassig“, auch die Verantwortliche für die Springbahnen ist eine kompetente und weltweit herausragende Persönlichkeit. Christa Jung ist die einzige Frau in der Riege der internationalen Parcours-Chefs – und sie hat beeindruckende Referenzen aufzuweisen, „baute“ sie doch schon bei Welt- und Europameisterschaften sowie zahlreichen großen Turnieren im In- und Ausland. „Mit Christa Jung, die seit 2008 für die Parcours in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle verantwortlich zeichnet, haben wir eine internationale und erfahrene Parcoursbauerin in unserem Team“, sagt Andreas Kroll, der Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft. „Sie ist zudem bei den Reiterinnen und Reitern anerkannt, die ihre Kurse als anspruchsvoll, aber fair loben!“ Auch bei der 35. Auflage des weltbesten Hallenturniers vom 13. bis 17. November stellt Christa Jung den „Springern“ wieder Hindernisse in den Weg – sie tüftelt schon seit Wochen und Monaten an Linienführungen, Kombinationen und Abläufen.

Christa Jung steht wie keine andere für „Frauen-Power“, ist stets „unter Strom“ und dirigiert in den fünf Tagen des Reitspektakels im Hallenduo im NeckarPark eine ganze Anzahl Männer – sowie einige Frauen. Die mittlerweile pensionierte Lehrerin unterrichtete 42 Jahre lang an der Grund- und Hauptschule Bad Wimpfen und legte bereits 1977 als 22-Jährige die Lizenz zum Parcours-Chef Klasse L ab. Seit 1986 ist sie „International Course Designer FEI“ – mehr geht in der Branche nicht. Sie lernte und profitierte von so bekannten Parcours-Designern wie H. H. Brinkmann, dem langjährigen Stuttgarter Parcours-Verantwortlichen Hauke Schmidt sowie dem „Parcours-Papst“ Professor Dr. Arno Gego.

Christa Jungs „Heim-Turnier“ ist das Mannheimer Maimarktturnier, das sie von 1980 bis heute „baut“. In der Kurpfalzmetropole war sie auch für die Kurse bei den Bundeschampionaten 1989 und 1993, den Deutschen Meisterschaften (1986, 1987, 1990, 1994 und 2002) das 100. CSIO von Deutschland 2015 sowie den Spring-Europameisterschaften 1997 (als Assistentin von Olaf Petersen) und 2007 (als alleinige „Chefin“) verantwortlich. „Diese EM war mein persönliches Highlight“, blickt die zweifache Mutter und dreifache Großmutter zurück, die stets auch auf den Rückhalt und die Unterstützung ihres Mannes Karl-Georg Jung, ebenfalls ein lizensierter Parcoursbauer, zurückgreifen konnte. Mittlerweile tritt die älteste Tochter in die Fußstapfen der Eltern und ist bei vielen Einsätzen im Jung’schen Team dabei.

Seit 30 Jahren hält Christa Jung Lehrgänge und Schulungen für Parcours-Chefs und Richter ab, gehört vielen Gremien an und gibt ihre Erfahrung weiter. Die sammelte sie auf unzähligen deutschen Plätzen, aber auch in Mexiko City, mehrmals in Monterrey, in Guadalajara, Bern, Kairo oder dem bulgarischen CSI Albena Beach, im niederländischen Valkenswaard, Luxemburg und beim San Marino Pavarotti International (Italien). 1982 arbeitete sie mit Hauke Schmidt beim World-Cup-Finale in Göteborg zusammen, 1986 und 2006 bei den Weltmeisterschaften in Aachen mit Professor Dr. Arno Gego beziehungsweise Frank Rothenberger.

Highlights im Springen: Der Große Preis und der MERCEDES GERMAN MASTER
Im Springbereich ist der Große Preis von Stuttgart mit Mercedes-Benz, WALTER solar und BW-Bank, die Qualifikationsprüfung des Longines FEI Jumping World CupTM 2019/2020 zum Weltcup Finale vom 15. bis 19. April 2020 in Las Vegas (USA), am Sonntag (15.00 Uhr) der absolute Höhepunkt. „Titelverteidiger“ ist hier Peter Devos (Belgien), der auf seinem holländischen Wallach Apart im Dreier-Stechen der Schnellste war und mehr als sieben Sekunden vor dem für Österreich startenden Münchner Max Kühner (Österreich) und Christian Ahlmann (Marl) lag.

Zweitwichtigste Prüfung ist am Freitagabend um 22.15 Uhr der MERCEDES GERMAN MASTER, für den sich lediglich zwölf Top-Stars aus den beiden Qualifikationen am Donnerstag (Preis der Firma XXL-Sicherheit/18.00 Uhr) und Freitag (Preis der ARAGON Robotics/17.15 Uhr) qualifizieren können. Immerhin geht es dabei um einen Mercedes-Pkw GLC 220 d 4 MATIC im Wert von rund 65.000 Euro. Der Sieger im Großen Preis am Sonntag fährt mit einem Mercedes GLE 300 d 4 MATIC (Wert knapp 83.000 Euro) aus der Arena.

In der Geschichte des MERCEDES GERMAN MASTERS gibt es bisher vier Reiter, die sich drei Mal den Sieg sichern konnten: Der Brite John Whitaker auf dem legendären Schimmel Milton (1988, 1989, 1992), Ludger Beerbaum (1995, 1996, 2005), Marcus Ehning (1999, 2002, 2004) und Christian Ahlmann (2012, 2015, 2016). Lediglich fünf Reiterinnen triumphierten insgesamt beim MERCEDES GERMAN MASTER, nämlich die Kanadierinnen Catherine Burdsall (1987) und Beezie Madden (2003), die Schwedin Malin Bayard (2006) sowie die beiden Deutschen Meredith Michaels-Beerbaum (2008, 2010) und Simone Blum (2017). Vorjahressieger war Pius Schwizer, der Schweizer konnte sich schon 2011 in die Ehrenliste der Gewinner eintragen.

Die STUTTGART GERMAN MASTERS bieten dem Nachwuchs eine Plattform
Nicht nur die internationalen Spitzenreiter, sondern auch der nationale Nachwuchs bekommt in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle die Chance, sich zu präsentieren. Zum Beispiel die Baden-Württembergischen Spring-Junioren, die am Mittwoch (15.15 Uhr) im Finale des NÜRNBERGER Burg-Pokals in einer Stilspringprüfung mit Stechen ihre Besten ermitteln.

Fester Bestandteildes Turnierprogramms ist von Anfang an der „Tag der Baden-Württemberger“. Am Donnerstag, 14. November, treten im Finale des BW-Bank Hallenchampionats (20.15 Uhr) die 25 besten Reiterinnen und Reiter aus vier Qualifikationsturnieren zum Kampf um die inoffizielle Hallenmeisterschaft des Landes an. Als Drittplatzierter dieser Qualifikation hinter den BW-Bank-Champions Andy Witzemann (Winterlingen/zwei Erfolge) und Timo Beck (Pforzheim/sechs Erfolge) kommt Richard Vogel (RV Mannheim) in die Landeshauptstadt, der sich mit einem Sieg in der letzten Quali in Bissingen nach vorne schob.

„Richi“ Vogel, 1997 im schwäbischen Riedlingen geboren, arbeitete fast drei Jahre lang im Stall von Ludger Beerbaum als Bereiter für Philipp Weishaupt, ehe er Anfang des Jahres zu seinem Ausbildungsverein RV Mannheim zurückkehrte. Stationiert ist der 22-jährige Pferdewirt nun in Viernheim, wo er wieder mit Bernd Herbert zusammenarbeitet. Richard Vogel gewann 2018 im Rahmen des CHIO Aachen das Finale des U25-Springpokals. „Richi Vogel ist unbestritten eines der größten Talente, das der baden-württembergische Springsport je hervorgebracht hat“, schrieb das Fachzeitschrift „Reiterjournal“ Anfang des Jahres. Mit einer Wiederholung des Vorjahreserfolges im U25-Finale in der Aachener Soers bestätigte Vogel diese Einschätzung. Nun peilt er in Stuttgart den Titel im BW-Bank Hallenchampionat an.

Nicht nur im Springen haben die STUTTGART GERMAN MASTERS Weltcup-Standard (seit 2005), auch in der Dressur geht es am Samstag, 16. November, 16.30 Uhr, im FEI World Cup™ Dressage 2019/2020, einer Grand-Prix-Kür, um wertvolle Punkte für die Qualifikation zum Weltcup-Finale 2020, ebenfalls in Las Vegas. Die „Viereck-Akrobaten“ kämpfen seit 2012 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle um Weltcup-Zähler. Dritte Weltcup-Disziplin ist das Viererzugfahren (seit 2002) im FEI Driving World Cup™. Dessen Finale wird vom 7. bis 9. Februar 2020 in Bordeaux ausgetragen.

Die drei Turnierleiter Carsten Rotermund (Münster-Handorf), Andreas Krieg (Villingen) und Kai Huttrop-Hage (Albführen) sind einmal mehr Garanten dafür, dass beim Pferdesport-Highlight im NeckarPark alles, was Rang und Namen hat, in den Sattel steigt oder die Leinen in die Hand nimmt. Außer den Weltcup-Aspiranten können sich die immer wieder begeisterten Zuschauer noch auf das Indoor-Vielseitigkeits-Derby um den Preis der Firma WALTER solar (Mittwoch, 13. November, 21.35 Uhr) mit starker internationaler Konkurrenz, der Doppel-Europameisterin von Luhmühlen Ingrid Klimke (Münster) sowie Turnierbotschafter und Publikumsliebling Michael Jung (Horb) freuen.

Das Finale im iWEST-Cup steht am Donnerstag, 14. November, 15.15 Uhr auf dem Programm, im Piaff-Förderpreis der Liselott Schindling Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports (Freitag, 15. November, 8 Uhr) liegt das Augenmerk auf dem Dressur-Nachwuchs. Bereits zum dritten Mal stehen zwei Prüfungen der FEI Jumping Ponies Jumping Trophy um den Preis der Firma Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH auf dem Programm, sie werden am Freitag (15.45 Uhr) und am Samstag (14.30 Uhr) gestartet.
Mit zum Erfolgsrezept trägt die einzigartige Mischung aus Sport und Show mit attraktiven Schaubildern bei. Andreas Kroll: „Höhepunkte sind im Show-Bereich der Große Schauabend unter dem Motto ‚Black and White‘ zum Auftakt am Mittwoch um 19 Uhr.“ Auch die angegliederte Messe ist ein wahres „Zugpferd“, hier findet der Besucher alles rund um den Pferdesport und was sein Herz begehrt. Der Vorverkauf für das Pferdesport-Highlight läuft hervorragend, „Stand heute haben wir 35.000 Karten verkauft“, sagt in.Stuttgart-Geschäftsführer Andreas Kroll zufrieden.