Champions League: Well Timed ist die würdige „Königin der Stuten“

Champions League: Well Timed ist die würdige „Königin der Stuten“

Imponierender Sieg der Favoritin im 160. Henkel – Preis der Diana in Düsseldorf.

Würdige und imponierende Siegerin im 160. Henkel – Preis der Diana (Gruppe I, 500.000 Euro, 2.200 m), dem Saisonhöhepunkt am Sonntag auf der Galopprennbahn in Düsseldorf und eines der Top-Events in der German Racing Champions League, war die von Jean-Pierre Carvalho für den Stall Ullmann in Bergheim trainierte 32:10-Favoritin Well Timed. Die dreijährige Holy Roman Emperor-Tochter triumphierte vor 20.000 Zuschauern in diesem Stuten-Klassiker unter Championjockey Filip Minarik in grandioser Manier und avancierte zur „Königin der Stuten.“

Dass die 300.000 Euro Siegprämie auf das Konto von Well Timeds Besitzer gehen würde, war schon in vorentscheidender Phase zu erkennen, denn die in dieser Saison bei vier Starts weiterhin ungeschlagene Super-Lady (Gewinnsumme nun 357.300 Euro) hatte einen Bilderbuch-Rennverlauf.

Minarik etablierte Well Timed sofort an zweiter Position hinter der in flotter Fahrt führenden Come on City, dahinter hatte auch Night of England sofort eine optimale Ausgangslage vor der Co-Favoritin Sand Zabeel, die wie Come on City erst vor wenigen Tagen für 50.000 Euro nachgenannt worden war. Dina und Area sah man im Elferfeld (Realeza war wegen einer leichten Verletzung abgemeldet worden) zunächst auf den letzten beiden Positionen.

Als Come on City auf der Zielgeraden abbaute, zog Well Timed schnell an die Spitze, doch noch war die Partie nicht gelaufen, denn Night of England war zumindest auf gleicher Höhe mit ihr, doch in der Manier einer Klassestute packte die Favoritin nochmals groß an und löste sich wieder mit eindreiviertel Längen Vorsprung. Der klassische Triumph war perfekt.

Jockey Filip Minarik, für den es nach 2012 mit Salomina der zweite Diana-Sieg war, erklärte: „Es ist alles so gekommen wie erwartet. Ich hatte schon die Tage gesagt, wie gut Well Timed gearbeitet hatte. Ich war so optimistisch. Heute morgen bin ich aufgewacht und war unheimlich nervös, denn eigentlich konnte ja nichts schiefgehen, aber ich übe den Sport jetzt seit 28 Jahren aus, und in meiner Karriere ist auch nicht immer alles nach Plan gegangen. Sie ist eine Klassestute mit einem Riesenherz. Von zweiter Stelle hatten wir ein optimales Rennen. Ich bin sehr glücklich.“
Jetzt in den Prix Vermeille

Trainer Jean-Pierre Carvalho gewann den Henkel-Preis der Diana zum ersten Mal. Sein Statement: „Natürlich rangiert Well Timed jetzt ganz oben bei den dreijährigen Stuten. Wir wollen nun sehen, wie sie sich in der internationalen Spitzenklasse bewähren kann und steuern den Prix Vermeille in Longchamp an.“

Hochzufrieden war auch Henk Grewe, der Betreuer der zweitplatzierten Night of England: „Sie ist ein Super-Rennen gelaufen. Einen Moment dachte ich, sie könnte gewinnen, aber dann hat die Gegnerin noch einen Satz gemacht.“

Wonder of Lips erkämpft sich noch Rang drei, knapp vor Sword Peinture. Besitzer Hans-Dieter Lindemeyer: „Ich denke, dass der Boden noch nicht einmal optimal war und sie noch einiges vor sich hat.“ Die Viererwette bezahlte 15.965:10 Euro.

Sand Zabeel blieb als Achte ebenso unter den Erwartungen wie Dina auf Rang zehn, doch hatten beide Pech mit dem Rennverlauf: Sand Zabeel wurde an der letzten Ecke behindert, Dina ließ ihre Chancen laut Jockey Adrie de Vries schon am Start. Die lange führende Come on City kam auf Rang neun.
Weltstar führt die Gesamtwertung an

In der Gesamtwertung der German Racing Champions League führt weiter Weltstar (20 Punkte) vor Destino und Iquitos (je 12 Punkte). Bei den Jockeys hat Adrie de Vries (22 Punkte) die Spitze vor Andrasch Starke (15 Punkte) sowie Eduardo Pedroza und Filip Minarik (je 14 Punkte). Die Trainer-Wertung dominiert derzeit Markus Klug (45 Punkte) vor Jean-Pierre Carvalho (20 Punkte) und Hans-Jürgen Gröschel (12 Punkte).

Nächstes Highlight in Berlin

Die German Racing Champions League – elf Top-Rennen in sechs deutschen Metropolen – wird am kommenden Sonntag, 12. August mit dem Longines Großer Preis von Berlin (Gruppe I, 175.000 Euro) in Berlin-Hoppegarten fortgesetzt.
Die German Racing Champions League wird unterstützt von deinSchrank.de.

Destino mit Bahnrekord zum Gruppesieg

Das Deutsche Derby 2018 wurde im wichtigsten Rennen des Rahmenprogramms deutlich bestätigt: Im Fritz Henkel Stiftung Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.400 m) stand die Form haargenau. Denn der von Markus Klug für das Gestüt Park Wiedingen trainierte Derby-Zweite Destino gewann unter Martin Seidl vor dem damaligen Vierten Salve Del Rio.

Der heiße 19:10-Favorit Destino, ein Bruder von Star-Galopper Dschingis Secret, packte unter Martin Seidl Mitte der Zielgeraden von vierter Position aus mächtig an. Auch wenn der Soldier Hollow-Sohn im Endkampf deutlich aus seiner Spur geriet, entwickelte er den größten Schwung und eroberte einen sicheren Vorsprung von einer halben Länge. Eine starke Vorstellung des Dreijährigen, der beim siebten Start seinen zweiten Triumph feierte und seine Gewinnsumme mit den hier verdienten 32.000 Euro auf 183.350 Euro steigerte.

Große Ziele für Destino

Jockey Martin Seidl in einem ersten Statement: „Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Mitte der Zielgeraden hing er etwas zur Seite, vielleicht war der Boden für ihn einen Tick zu fest. Aber er hat sein heutiges Ziel erreicht.“ Mit 2:24,07 Minuten stellte Destino einen neuen Bahnrekord auf dieser Distanz in Düsseldorf auf.

Trainer Markus Klug, der zudem den Drittplatzierten Devastar stellte, der zu Beginn der Gegenseite die Führung übernommen hatte und sich lange verteidigte, sagte: „Das Ergebnis war so, wie wir uns das erhofft hatten. Zwar lief Destino etwas nach außen, sonst hätte er noch leichter gewonnen. Aber das war schon eine starke Leistung. Devastar hat eine weitere Top-Leistung gezeigt, das Pferd ist der Wahnsinn. Für Destino kommt nun der Große Preis von Baden oder der Preis von Europa in Frage.“ Auch Helmut von Finck war natürlich überglücklich: „Es ist ein Traum, Züchter und Besitzer von solchen Pferden wie Destino und Devastar zu sein.“

Zwischen beide schob sich Salve Del Rio, der stets eine prominente Rolle einnahm und sich nie geschlagen gab. Trainer Jean-Pierre Carvalho: „Er war diesmal schon etwas näher an Destino dran, doch muss man zugeben, dass dieser weggebrochen ist. Es war eine gute Vorstellung von Salve Del Rio und ein Top-Ergebnis für den Derby-Jahrgang.“