Andrasch Starke mit Durance auf der „Überholspur“

Andrasch Starke mit Durance auf der „Überholspur“
Durance mit Andrasch Starke gewinnt die Mehl-Muelhens-Trophy 2019 in Hamburg-Horn

Leichter Triumph mit der Schiergen-Stute in der Mehl-Mülhens-Trophy.

Der siebenfache Derby-Siegjockey Andrasch Starke scheint rechtzeitig zum IDEE 150. Deutschen Derby, das am Sonntag den Höhepunkt der deutschen Galopp-Saison und des IDEE Derby-Meetings bildet, in absoluter Top-Form zu sein. Am Samstag siegte der Champion des Jahres 2018 vor 5.000 Zuschauern in der Mehl-Mülhens-Trophy (Gruppe III, 555.000 Euro, 2.200 m) in Hamburg mit der dreijährigen Stute Durance eindrucksvoll gegen Anna Pivola und Shining Pass.

Auf der Außenspur entfaltete die im Besitz des ostwestfälischen Gestüts Ebbesloh der Familie von Schubert stehende 4,1:1-Mitfavoritin so starke Endgeschwindigkeit, dass sie noch locker Anna Pivola und Shining Pass vorbeizog. „Ich habe sie extra nach außen beordert, wo der Boden besser war. Durance hat dort toll angezogen, ich bin sehr happy“, berichtete Starke, der am Sonntag im Blauen Band der Partner des Mitfavoriten Quest the Moon sein wird.

Trainer Peter Schiergen aus Köln sagte über die mächtig verbesserte Pferdedame, die allerdings (noch) keine Nennung für den klassischen Henkel – Preis der Diana am 4. August in Düsseldorf besitzt: „Es hat alles gepasst, der Rennverlauf konnte nicht besser sein. Als der Nennungstermin war, stand sie noch nicht bei mir im Stall. Wir haben ja noch eine Weile Zeit.“ Bekanntlich kann man für das Stutenderby noch wenige Tage vor dem Rennen eine Nachnennung abgeben. 50.000 Euro würde ein solcher Schachzug kosten.

Für den Lengericher Trainer Dr. Andreas Bolte läuft es weiter glänzend beim IDEE Derby-Meeting. Mit dem immens verbesserten Ricardo (Rene Piechulek), der im Ausgleich II über 2.400 Meter an der Spitze gegen Luciani und Quintarelli immer wieder beschleunigte, feierte er einen weiteren Treffer. Es war schon der siebte Sieg beim 14. Start für Ricardo.

Der Kölner Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren schaffte in einem 2.000 Meter-Rennen den ersten Deutschland-Treffer 2019 mit dem hauchdünn erfolgreichen Novizen Yes he can (2,4:1) mit Jockey Lukas Delozier. Trainer Henk Grewe durfte sich wie Andreas Bolte im Rennen zuvor schon über den vierten Treffer bei der IDEE Derby-Woche freuen.

„Das war das Finish des Jahres“, meinte Rennkommentator Marvin Schridde nach dem Ausgleich III über 900 Meter, denn zwischen den ersten fünf Pferden lag wahrlich nicht viel. Kampf Nase, totes Rennen, kurzer Kopf, Kopf – so lauteten die Abstände. Der Sieg ging minimal an die 2,8:1-Favoritin Snoozy Sioux (Filip Minarik) und damit nach Belgien.

Die Longines Fegentri-Weltmeisterschaft der Amateurreiterinnen machte in Hamburg Station, wobei sich mit der Schweizerin Naomi Heller, einer 32-jährigen Lehrerin, die ihren 20. Sieg im Sattel markierte, auf Magic Mission (8,9:1) die letztjährige Vize-Championesse in Szene setzte.

Ihren ersten Hamburg-Treffer feierte die 21-jährige Helen Böhler im Amazonenreiten über 1.800 Meter auf Departing (5,7:1), der von Peter Schiergen, dem Vater ihres Lebensgefährten, Amateur-Champion Vinzenz Schiergen, in Köln vorbereitet wird. Spiritofedinburgh, Maison Bleu und Darienne du Pre komplettierten die Viererwette, die 1.568,9:1 Euro bezahlte. Die Ehrenpreisübergabe nahm die frischgekürte Kirschblüten-Königin im Hanshin-Cup vor. Die Prüfung ist Ausdruck der Partnerschaft des Hamburger Renn-Clubs mit der Japan Racing Association. Die japanische Nationalhymne wurde gespielt.

Hamburg ist ein mehr als erfolgreiches Pflaster für den Italiener Marco Casamento: Auf dem Dreijährigen Narello (4:1) für Trainer-Altmeister Hans-Jürgen Gröschel (76) aus Hannover machte er in einem 2.200 Meter-Ausgleich III seinen siebten Erfolg beim IDEE Derby-Meeting perfekt.

Dutch Master – so nennt der holländische Autohändler Lucien van der Meulen seinen Stall in den Niederlanden. In Horn hatte er bisher noch das Pech gepachtet, doch im Ausgleich I über 1.400 Meter (22.500 Euro) räumte er nach vielen Platzierungen so richtig ab und stellte die beiden Erstplatzierten. Andrasch Starke wendete mit My Mate (9:1) noch einmal das Blatt gegen den Favoriten Bolt Phantom, auch der Münchener Gast Mister Onyx hatte als Dritter lange Siegchancen.

Wie schon am Vortag stand die Achimer Trainerin Martina Grünewald dank der Siegerin Karibana (B. Murzabayev) nach der zweiten Wettchance des Tages erneut auf dem Treppchen. Die Viererwette mit Flowerpower, Ovambo Princess und Gainsborough Hat auf den Plätzen zahlte 7.069,8:1 Euro.