Amazonensieg im zweiten Magna Racino Grand Prix

Amazonensieg im zweiten Magna Racino Grand Prix
Die Ukrainerin Anastasiia Yershova zählte mit ihrem Hengst Osman sicherlich zum engen Favoritenkreis

Das große Highlight der zweiten Spring-Tour-Woche im Magna Racino stellte der Magna Racino Grand Prix statt.

Dieses Finale der internationalen Zwei-Stern-Diamond-Tour führte über einen Parcours mit Hindernishöhen bis 1,45 m.

Nach dem Heimsieg von Stefan Eder am Freitag waren die Erwartungen im heimischen Lager hoch. Der selektive Parcours, der von Andreas Bamberger und Matthew Hoskin gebaut wurde, trennte im rund 50-köpfigen Starterfeld schnell die Spreu vom Weizen. Unter den acht fehlerfrei gebliebenen Reiter-Pferd-Paaren war leider kein rot-weiß-rotes Duo – besonders bitter: Der Oberösterreicher Peter Engelbrecht blieb mit Ultimus zwar ohne Springfehler, kassierte wegen Zeitüberschreitung allerdings einen Fehlerpunkt. Er platzierte sich als bester heimischer Reiter auf dem 11. Rang. Im Stechen machten sich ReiterInnen aus vier Nationen den Sieg untereinander aus. Die Ukrainerin Anastasiia Yershova zählte mit ihrem Hengst Osman sicherlich zum engen Favoritenkreis. Sie hatte bereits in der ersten Spring Tour Woche groß aufgezeigt, einen Diamond-Tour-Bewerb gewonnen und im Grand Prix den zweiten Rang hinter Tobias Bachl belegt. Auch in der zweiten Woche präsentierte sich das Duo in Topform, blieb im verkürzten Parcours erneut fehlerfrei und stellte mit 43,97 Sekunden die Bestzeit auf. Auf dem zweiten Rang landete der Tscheche Ondrej Zvara, der mit dem Oldenburgerwallach Chaccolan ebenfalls fehlerfrei geblieben war. Auf dem dritten Platz landete der Ukrainische Nachwuchsreiter Oleksandr Prodan, der mit seiner Stute Ketan PKZ bereits in der vergangenen Woche eine Topplatzierung im Finale des European Youngster Cups erritten hatte.

Spring-Tour-Finale mit rot-weiß-roten Erfolgen

Sechs Finalbewerbe bildeten am Sonntag den Abschluss der zweiwöchigen internationalen Spring Tour im Magna Racino. Die Entscheidungen um den Sieg und Platzierungen fielen einmal mehr überaus spannend aus. Neben siegreichen Gastreitern konnten auch zwei ÖsterreicherInnen am Finaltag ganz vorne mitmischen. Im sonntägigen Hauptbewerb, dem Finale der Zwei-Stern-Gold-Tour, scheiterte die heimische Equipe an der starken ausländischen Konkurrenz. Mit Melissa Gallob und ihrem AWÖ-Wallach Couleur Royal zog nur ein heimisches Paar in das finale Stechen ein. Die beiden blieben dort abermals fehlerfrei und landeten auf dem fünften Endrang. Denn vier weitere Starterpaare unterboten Gallob und ihren Couleur-Rubin-Sohn in der Zeit. Allen voran der Deutsche Tim Hoster, der mit Hannoveranerstute Carisma Can Fly mit 40,32 Sekunden die Bestzeit aufstellte und den Bewerb für sich entschied. Der Slowake Bronislav Chudyba kam mit Guayarmina WV am nächsten an die Bestmarke heran und verdrängte den aus Bulgarien angereisten Ivaylo Bonev mit Count Ebony auf den dritten Endrang.

Deutlich besser lief es für die rot-weiß-rote Equipe dafür im Finale der Bronze Tour, das über einen Parcours mit Hindernishöhen von 1,25 m ausgetragen wurde. Als siebente Reiterin übernahm zunächst Hannah Berryman die Führung. Sie setzte auf ihren französischen Wallach Balios Ar Park und unterbot als erste Reiterin die 70-Sekunden-Marke. Die Britin konnte die Führung lange halten, erst als die in der vergangenen Woche mehrfach topplatzierte Tiffany Winkler mit Obora’s Lawadel den Parcours betrat, musste Berryman ihre Führung abgeben. Winkler und ihre Stute ließen sich auch am letzten Turniertag keine Müdigkeit anmerken, blieben souverän fehlerfrei und unterboten die Zeit der Britin um über zwei Sekunden. Die Zeichen standen lange auf Sieg. Nur der letzte Reiter, der steirische Kader-Reiter Markus Saurugg machte es noch einmal spannend. Er startete mit seinem Cantoblanco-Nachkommen Cantoro einen Angriff auf Winklers Bestzeit und konnte diese noch einmal um rund zwei Sekunden unterbieten. Neben dem österreichischen Doppelsieg schafften Barbara Belousek mit Crown Prince (7. Platz) und Constanze Wenzel mit Missy (9. Platz) dem Sprung in die Platzierungsränge.

Österreicher dominierten zweiten Spring-Tour-Freitag

Der Freitag der zweiten Spring-Tour-Woche im Ebreichsdorfer Magna Racino stand ganz im Zeichen der rot-weiß-roten Equipe. Nicht nur einmal erklang bei einer Siegerehrung die österreichische Bundeshymne zu Ehren des siegreichen Pferd-Reiter-Paares. Allen voran im freitägigen Hauptbewerb, der Diamond Tour über 1,45 m, in der sage und schreibe 100 Reiter-Pferd-Paare ihre Nennung abgegeben hatten. Als 18. Starter betrat Stefan Eder mit Fuchsstute Cobra den Parcours. Das Duo meisterte den anspruchsvollen Parcours fehlerfrei und stellte mit 64,39 Sekunden die neue Bestzeit auf, die bis zuletzt standhielt. Der letzte Reiter des Teilnehmerfeldes machte es dann allerdings noch einmal richtig spannend. Der Deutsche Tobias Bachl, der erst am vergangenen Wochenende den Magna Racino Grand Prix für sich entschieden hatte, startete mir Cicera de la Vayrie B einen Angriff auf die Bestzeit. Die Uhr stoppte bei 65,47 Sekunden. Damit lautete das Endergebnis: Eder vor Bachl und Angel Niagolov auf Condarco. Stefan Eder gelang auch mit seinem zweiten an den Start gebrachten Pferd Farouche eine souveräne Runde. Er belegte zudem Rang vier. Heimische Platzierungen sammelten zudem nach souveränen Auftritten Sascha Kainz mit Long Lankin (11. Rang) sowie die fleißigen Schleifensammler Marianne Schindele und Acoustik Solo du Baloubet (15. Rang).

Rot-weiß-rote Erfolge in Silver-Finali

Auch in der Zwei-Stern-Silver-Tour kam am Samstag Finalstimmung auf. Aus heimischer Sicht mischte ein Steirer ganz vorne mit. Kader-Reiter Markus Saurugg lieferte bereits im B-Finale mit Lamarque souverän ab, blieb fehlerfrei und holte direkt hinter Landsmann Michael Seletzky mit Calvary du Seigneur den fünften Rang. Die Podestplätze gingen in diesem Bewerb an den Deutschen Daniel Böttcher mit Valentina RS, gefolgt von Shane O’Meara mit Arindy Z und Karl Schneider mit Wiqua. Happy-Horse-Teamreiterin Romana Hartl holte mit Cuitero zudem eine Platzierung auf dem siebten Endrang. Im A-Finale, das ebenfalls über Zwei Phasen führte, hatte Markus Saurugg schließlich den neunjährigen Holsteiner Cantoro gesattelt. Der Routinier im Sattel pilotierte seinen Hengst fehlerfrei und in Bestzeit über den Parcours und entschied diesen Finalbewerb in souveräner Manier für sich. Er verdrängte damit Oleksandr Prodan mit Crystal Sky sowie Jan Stetina mit Gylord auf die Ränge zwei und drei. Aus österreichischer Sicht trugen sich auch Michael Fries mit Careful (6. Platz), Sascha Kainz mit Quasibobo Z (7. Platz) und Georg Hladik mit Obora’s Partano (12. Platz) in die Platzierungsränge ein.

Der Pferdesportpark Magna Racino öffnet Ende Mai für das nächste Turnier seine Pforten. Von 30. Mai bis 02. Juni kann in Ebreichsdorf die Vielseitigkeit des Pferdesports live mitverfolgt werden. Denn an diesem Wochenende findet nicht nur das internationale Voltigierturnier CVIO4* statt, sondern zudem ein nationales Dressurturnier bis zur Kategorie A* und ein nationales Springturnier der Kategorie C. Man darf sich also auf ein umfangreiches Pferdesportprogramm auf höchstem Niveau freuen.